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Obgleich die Nachrichtenübermittlung bereits bei den frühen Menschen nachgewiesen wurde, beginnt die Geschichte der modernen Telekommunikation, so wie wir sie begreifen, im Jahr 1794 mit der Errichtung des ersten Flügeltelegraphen in Frankreich, dessen Nachrichten 10 Meilen entfernt empfangen wurden.

Jedoch war der Weg vom ersten Telegrafen bis zum iPhone 7 samt Smartphone Zubehör in der Handtasche weit und kompliziert. Zunächst wurde die Telegrafentechnik schnell weiterentwickelt und verband zum ersten Mal den Kontinent. Obgleich der Lehrer Philip Reis bereits 1861 den ersten telefonartigen Apparat vorstellte, wird die Erfindung des Telefons Graham Bell 1876 zugeschrieben. Seit 1866 gab es das erste transatlantische Telegraphenkabel, um Amerika und Europa miteinander zu verbinden. 1895 wurde die drahtlose Telegraphie eingeführt und seit 1927 gibt es den transatlantischen Langwellenfunk zwischen den USA und Europa. 1950 wurde die Bundespost gegründet und hatte bereits 1,2 Millionen Telefonkunden.

Während als nächster Schritt in der Telekommunikation die Telefonübertragung per Satellit aufkam, wird ab 1965 das Internet für Militär-und Forschungszwecke entwickelt. Seit 1969 wurden erstmals Nachrichten per Computer zwischen den kalifornischen Universitäten UCLA und UCSB verschickt. Das Potenzial dieser neuen Nachrichtentechnik wurde schnell erkannt und wuchs stetig, vor allem da sich Behörden wie die NASA, die CIA und NSA für diese Technik interessierten.

1977 kam mit dem Commodore PET der erste Rechner für den Privatmann auf den Markt und Anfang der 80er Jahre wurde das Betriebssystem MS-DOS eingeführt. Um diese Zeit machte erstmals das World Wide Web von sich reden. 1992 wurden die ersten Audio- und Video-Multicasts übertragen und im Jahr 2001 ging Wikipedia ans Netz. In Europa vollzog sich die Entwicklung langsamer – die erste IP-Adresse in Deutschland bekam die Universität in Dortmund. Seit 2003 gibt es das Web 2.0 – dadurch entstanden Unternehmen wie Google, Facebook und Twitter, die die Gesellschaft völlig revolutionierten.

 

Welche Faktoren spielen bei der Verbesserung von Telekommunikationstechniken eine wichtige Rolle?

Ähnlich wie die Computertechnik bereits im zweiten Weltkrieg ihren Ursprung hatte, so begann die Mobilfunkübertragung ebenfalls zu dieser Zeit. Das Autotelefon kam bereits 1946 in Gebrauch. Allerdings waren die ersten Autotelefone so groß, dass sie den gesamten Kofferraum beanspruchten. Obgleich die Technik so aufwendig war, mauserte sich das Autotelefon – wenn auch in mittlerweile kleinerer Form – zum Statussymbol und war entsprechend gefragt. Autotelefone gibt es seit 1958 in Deutschland und aus dieser Technik entwickelte sich das Mobilfunktelefon, da der Bedarf bei Geschäftsleuten und Menschen bestand, die beruflich oder privat ständig erreichbar sein wollten.

Motorola stellte dann 1973 das erste Mobilfunktelefon vor, worauf die Entwicklung rasant weiterging. Vor allem gingen die Entwicklung des Internets und des Mobilfunktelefons Hand in Hand. Das Mobiltelefon, also das drahtlose Übertragungsgerät für Telefonanrufe, startete einen rasanten Siegeszug. 1999 kam dann das erste Smartphone mit eingebauter Digitalkamera auf den Markt.

Das Smartphone erwies sich als entscheidende Schnittstelle zwischen Mobilfunktechnik und dem Internet, wobei die Kombination zu einer digitalen Revolution führte, die praktisch die gesamte Welt ergriff. Heute gibt es durch das Smartphone und das Smartphone Zubehör die Möglichkeit, überall und jederzeit zu telefonieren und ins Internet zu gehen. Gleichzeitig entwickelten sich die sozialen Medien wie Facebook und Twitter, die durch ihre Beliebtheit den Ausbau der Telekommunikationstechnik in vielen Bereichen vorantreiben.

 

Welche Entwicklungen in der Telekommunikation sind in naher Zukunft zu erwarten?

Forscher erwarten in der nahen Zukunft im Bereich der Telekommunikation eine exponentielle Steigerung der Leistungsfähigkeit der Technik. Dafür werden neue Technologien wie die ersten kommerziell nutzbaren Quantencomputer vorangetrieben, die mit Qubits arbeiten und leistungsfähig wie das menschliche Gehirn sein sollen.

Allerdings soll diese Leistungsfähigkeit noch weiter gesteigert werden, wodurch eine Art Superhirn geschaffen werden könnte. Zeitgleich wird die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorangetrieben. Die nahe Zukunft wird aller Voraussicht nach auch evolutionäre Computerprogramme hervorbringen, die bereits bei der NASA eingesetzt werden. Diese entwickeln dann selbstständig neue Produkte oder Materialien, weil sie nach dem Zufallsprinzip Simulationen durchführen, bis ein brauchbares Ergebnis eintritt.

Ganz generell werden die bewegbaren Datenmengen vollkommen neue Höhen erreichen. Auch die Verbreitung von RFID-Systemen wird sich in Zukunft verstärken. Da diese Transponder so klein wie Reiskörner sind, können sie beispielsweise helfen, den Papierverbrauch zu reduzieren und Kassensysteme völlig zu automatisieren.

Eine weitere Entwicklung ist die M2M-Technik, bei der die Kommunikation zwischen verschiedenen Maschinen oder Geräten ermöglicht wird. Internet of things oder Industrie 4.0 sind hierfür entsprechende Schlagworte. Zudem wird über kurz oder lang die Tastatur zur Dateneingabe verschwinden, da die Sprachsteuerung die Zukunft beherrschen soll. Stimmerkennung kann so zum Beispiel dazu dienen, Türen zu öffnen oder zu verschließen. Die Technik der stationären Computer und der Tablets wird zugunsten noch kleinerer und handlicherer Endgeräte aufgegeben werden.