Am 25. November 2016, ist der langjährige kubanische Diktator Fidel Castro im Alter von 90 Jahren gestorben.

Fidel Castro war ein uneheliches Kind des wohlhabenden Zuckerrohrplantagenbesitzers Ángel Castro Argiz und dessen Hausköchin Lina Ruz González. Als Kind wurde er katholisch erzogen und besuchte u. a. auch jesuitische Schulen, dennoch wandte er sich in den 60er Jahren von jeglicher Religion ab. Nach der Schule nahm er 1945 ein Jura-Studium auf und engagierte sich in dieser Zeit bereits politisch – beteiligte sich 1947 gar an einem Versuch, den damaligen Diktator der Dominikanischen Republik zu stürzen. Der Versuch scheiterte. Nach dem Studium arbeitete Castro zunächst als Jurist.

Am 26. Juli 1953 scheitete auch ein erster Versuch Castros, das Batista-Regime in Kuba zu stürzen. Fidel Castro wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, kam jedoch im Mai 1955 im Zuge einer Generalamnestie frei. Rasch nach seiner Haftentlassung gründete er am 12. Juni 1955 die ‚Bewegung des 26. Juli‘ – dessen Name sich an den gescheiterten ersten Putschversuch 1953 anlehnte.

Zur Vorbereitung eines weiteren Putsches und zur militärischen Ausbildung von Kämpfern ging Castro am 7. Juli 1955 ins Exil nach Mexiko. Ende 1956 setzte er mit seiner Kampfgruppe wieder nach Kuba über und begann einen zweijährigen Guerillakampf.

Im Jahre 1959 stürzte er durch eine Revolte das us-hörige, aber inzwischen auch im bürgerlichen Lager verhasste Batista-Regime – Batista selbst flüchtete am 1. Januar 1959 aus Kuba. Danach errichtete Castro selbst ein noch schärferes und totalitäres Regime und lehnte sich dabei an den Ostblock und insbesondere an die Sowjetunion an. Seinem Bruder Raùl Castro übertrug er den Oberbefehl über die Streitkräfte.

 

Kuba-Krise

Berlin: Castro / Die Partei- und Regierungsdelegationen unter Leitung des Ersten Sekretärs der KPK und Ministerpräsidenten der Revolutionären Regierung der Republik Kuba, Fidel Castro(M), besichtigte am 14.6.1972 die Staatsgrenze der DDR zu Westberlin. Die Delegation, von Werner Lamberz, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED (2.v.l.), und anderen Persönlichkeiten, begleitet, wurde von Generalleutnant Arthur Kunath, Satdtkommandant von Berlin (2.v.r.), informiert. Rechts: Carlos Rafael Rodriguez, Mitglied des Sekretariats des ZK der KPK und Minister der Revolutionären Regierung. Bundesarchiv, Bild 183-L0614-040 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Berlin: Castro / Die Partei- und Regierungsdelegationen unter Leitung des Ersten Sekretärs der KPK und Ministerpräsidenten der Revolutionären Regierung der Republik Kuba, Fidel Castro(M), besichtigte am 14.6.1972 die Staatsgrenze der DDR zu Westberlin. Die Delegation, von Werner Lamberz, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED (2.v.l.), und anderen Persönlichkeiten, begleitet, wurde von Generalleutnant Arthur Kunath, Satdtkommandant von Berlin (2.v.r.), informiert. Rechts: Carlos Rafael Rodriguez, Mitglied des Sekretariats des ZK der KPK und Minister der Revolutionären Regierung. Bundesarchiv, Bild 183-L0614-040 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
1962 führten auf Kuba stationierte sowjetische Rakteten zur sogenannten ‚Kuba-Krise‘ und die Welt an den Rand eines globalen Atomkrieges. Die Krise wurde durch den Abzug der Raketen beigelegt. Die USA zogen im Gegenzug ihre Atomraketen aus der Türkei und Italien ab.

 

Wirtschaftssystem

Fidel Castro im Jahr 1959
Fidel Castro im Jahr 1959

Die gesamte Wirtschaft Kubas wurde verstaatlicht – Kuba wurde als Gegenreaktion von den USA mit einem Embargo belegt, so dass sich das Land immer stärker an die UdSSR und dem übrigen Ostblock anlehnte und 1972 auch dem RGW beitrat. Obwohl Kuba nicht Mitglied des Warschauer Paktes war, engagierte es sich auch militärisch in der Welt. So unterstützte das Castro-Regime andere pro-sowjetische Regimes bspw. in Äthiopien und Angola sowie die Sandinisten in Nicaragua.

 

Innenpolitik

Auch innenpolitisch übernahm das Regime weitgehend das totalitäre Modell der Ostblockländer – die Kommunistische Partei war die einzige zugelassene Partei, die Medien waren gleichgeschaltet und politische Dissidenten wurden inhaftiert oder flüchteten ins Ausland – meist in die USA.
Als ’soziale Errungenschaften‘ hob das Regime besonders den Kampf gegen den Analphabetismus, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit – insbesondere die Einbindung der Frauen in die Produktion, die Anhebung des Lebensstandards, insbesondere der Landbevölkerung und die Einführung und Ausbau einer kostenlosen medizinischen Versorgung der Bevölkerung hervor.
Der Zusammenbruch des Ostblocks in den Jahren 1989-91 stürzte auch Kuba in eine tiefe wirtschaftliche Krise, obgleich die politischen Umwälzungen in Europa das Land nicht erfassten – das Regime hielt sich an der Macht.
Aufgrund einer schweren Erkrankung übergab Fidel Castro am 1. August 2006 alle Funktionen und Ämter zunächst vorläufig an seinen Bruder Raùl – am 24. Februar 2008 bzw. am 19. April 2011 endgültig. In der Folgezeit lockerte das Regime die strikte Staatswirtschaft – in einigen Bereichen wurde auch Privatwirtschaft zugelassen. Außenpolitisch kam es daraufhin zu einer Entspannung der Beziehungen zu den USA – beide Länder nahmen diplomatische Beziehungen auf und die US-Regierung lockerte das Embargo.

 

Che Guevara

Che Guevara auf einer der bekanntesten Fotografien
Che Guevara auf einer der bekanntesten Fotografien

Eine Person habe ich diesbezüglich noch nicht erwähnt, obwohl auch diese Person in die sogenanne ‚Revolution‘ Castros involviert war und dabei eine bedeutende Rolle spielte. Ich meine Che Guevara, oder mit vollem Namen Ernesto Rafael Guevara de la Serna.
Che Guevara war kein Kubaner, sondern war gebürtiger Argentinier. Er schloss sich 1955 Castros ‚Bewegung des 26. Juli‘ an, als dieser sich gerade in Mexiko aufhielt. Gemeinsam setzten sie Ende 1956 nach Kuba über und führten dort einen zweijährigen Guerillakampf, bis das Batista-Regime Anfang 1959 gestürzt war. Im Regime Castros bekleidete Che Guevara die Ämter als Industrieminister und danach als Leiter der kubanischen Zentralbank und trieb die vollständige Verstaatlichung der kubanischen Wirtschaft und den Aufbau der Schwerindustrie voran.
Er war ein Kritiker der Entstalinisierung der Sowjetunion unter Chruschtschow und war ein Anhänger der sogenannten -‚Kulturrevolution‘ in China, die Millionen Menschen das Leben kostete. Dies führte zu Meinungsverschiedenheiten zu Fidel Castro, so dass Che Guevara 1964 von allen Ätern zurücktrat und verschwand.
Er führte anschließend weitere Guerillakriege im Kongo und zuletzt in Bolivien, wo er von bolivianischen Regierungstruppen gefangengenommen und erschossen wurde.

Für linke Bewegungen – insbesondere für die ’68er Bewegung – wurde Che Guevara zu einem Märtyrer und auch heute scheint es noch populär zu sein, ein T-Shirt mit dem Bild von Che Guevara zu tragen. Dass gerade er jemand war, der eine totalitäre Ideologie vor allem mit dem Mittel größtmöglicher Gewalt durchzusetzen versuchte, scheint dabei vielen entweder nicht bewusst oder aber egal zu sein.