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Vor 60 Jahren endete der Krieg in Korea – in Amerika und Großbritannien ist dieser jedoch fast vergessen. 100.000 Briten waren beteiligt, 1000 davon starben. 10 % der beteiligten Amerikaner kamen in diesem Stellvertreterkrieg ums Leben – insgesamt über 37.000 Soldaten.
Ein Grund für das Vergessen war wohl der, dass der Krieg in Korea die erste Niederlage für die Amerikaner bedeutete – am Ende waren die Grenzen dort, wo sie bereits vor Kriegsbeginn waren und dieselben Diktatoren konnten weiterhin über ihre Völker herrschen.

 

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In dem Krieg standen Nordkorea und China auf der einen Seite gegen Südkorea und die Vereinten Nationen, vor allem die USA. Zur Eskalation war es durch die Bestrebungen beider Länder gekommen, eine nationale Wiedervereinigung unter der jeweiligen Führung zu erzielen. Dabei ähnelte Korea in seiner politischen Situation dem geteilten Deutschland: Korea war durch Japan seit 1910 annektiert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde Südkorea zur Besatzungszone der Vereinigten Staaten, Nordkorea fiel in das kommunistische Machtgefüge der UdSSR. Dabei gaben beide getrennten Länder ihr Einigungsstreben nie auf – mit dem Vorbehalt die jeweilige Staatsideologie auch im Bruderstaat durchzusetzen.

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Triebfeder hinter der Invasion durch die Nordkoreaner war Kim Il Sung, der Mao und Stalin gegeneinander ausspielte – einher ging eine massive Aufrüstung des Nordens, wobei 1950 der Norden dem Süden in allen Waffengattungen überlegen war. Am 25. Juni 1950 überrannte der Norden förmlich dem Süden – in Europa rief diese Invasion die Angst vor einem 3. Weltkrieg hervor; in Deutschland kam es zu “Hamsterkäufen”. Bereits 3 Tage nach Beginn des Angriffs fiel die südkoreanische Hauptstadt Seoul an Nordkorea. Bis zum September wurden die südkoreanischen Verteidiger soweit zurückgedrängt, dass der Norden bis auf ein kleines Gebiet die gesamte Kontrolle über Südkorea übernommen hatte.

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Die Lage wurde erst durch das Einschreitens Amerika stabilisiert, die eine deutliche Luftüberlegenheit hatten und die Nachschublinien des Nordens unterbrechen konnten. Die Beteiligung Amerikas war durch ein UN-Mandat gestützt. Die norkoreanischen Soldaten wurden dabei zersprengt und es entbrannte ein graumser Guerillakrieg. Mit Hilfe der USA konnte Seoul zurückerobert werden.

 

In einer Gegenoffensive überschritten die Südkoreaner am 30. September den 38. Breitengrad, der die ursprüngliche Grenze darstellte. Diese Offensive war jedoch nicht durch das UN-Mandat gedeckt, das lediglich die Verteidigung und Rückeroberung der verlustigen Gebiete vorsah. Die Truppen der Vereinten Nationen erhielten deshalb erst am 07. Oktober die Erlaubnis, die Offensive fortzusetzen. Durch die Offensive in Nordkorea weitete sich der Krieg aus, nachdem sich China und die Sowjetunion einschalteten – die Chinesen entsendeten eine 200.000 Mann umfassende Freiwilligenarmee.

 

Am Neujahrstag des Jahres 1951 begannen 400.000 Chinesen und 100.000 Nordkoreaner mit einem Gegenangriff. Aufgrund dieses Ansturms verlangte der amerikanische Oberbefehlshaber General MacArthur den Abwurf von 34 Atombomben – Präsident Truman verweigerte jedoch den Abwurf und verfügte die Entlasung von MacArthur.

 

Im März 1951 konnten die kommunistischen Truppen Seoul wieder erobern – dabei wurde die Hauptstadt zur Geisterstadt: Einwohner wurden verschleppt – diejenigen, die sich wehrten, wurden getötet.

 

Die letzte große Schlacht des Koreakrieges fand vom 13. September bis zum 15. Oktober 1951 statt (Schlacht von Heartbreck Ridge) und führte zu hohen Verlusten, war jedoch ohne Gewinn. Aus Sicht des Südens sollte die Schlacht die Verhandlungsbasis im Zuge von Waffenstillstandsverhandlungen stärken – diese fanden nach 2 Jahren am 27. Juli 1953 ihren Abschluss, der status quo ante wurde wiederhergestellt.

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Die Luftangriffe hatten Nordkorea beinahe vollständig verwüstet – der Bombenkrieg kostete allein 500.000 – 1.000.000 zivile Opfer. Insgesamt war 10 % der nordkoreanischen Zivilbevölkerung ums Leben gekommen. Südkorea hatte insgesamt 1.000.000 Tote zu beklagen, Nordkorea 2.500.000 Tote, China 1.000.000 und die Vereinten Nationen 40.000.

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Die Vereinigten Staaten waren insgesamt 450.000 Tonnen Bomben und 3.281.270 Liter Napalm ab. Insgesamt waren 18 von 22 der größten nordkoreanischen Städten zur Hälfte dem Erdboden gleich gemacht.

 

Kriegsverbrechen begingen beide Seiten – die Südkoreaner nahmen im Zuge ihres Anti-Kommunismus Massenhinrichtungen gegenüber kommunistischen Parteimitgliedern vor.

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Der Koreakrieg führte zu einer tiefergehenden Teilung des Landes – noch heute stehen sich an der demilitarisierten Zone an der Grenze 1 Million Soldaten gegenüber. Weltpolitisch führte der Koreakrieg zu einem Bruch von Peking und Moskau. Noch heute ist Nordkorea diktatorisch regiert, der Süden ist seit 1990 eine Demokratie.