KoKo & Co

 

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Kommerzielle_Koordinierung

 

Zu diesem Sachverhalt noch einige Daten:

Quelle: „Tatort Politbüro, Die Akte Honecker, Peter Przybylski, ROWOLT Verlag

01. 04. 1964: Ministerpräsident Otto Grotewohl ordnet an, frei verfügbare Valuten außerhalb  

                       des Staatsplanes zu erwirtschaften.

                     -Ausführende war das Ministerium für Außenhandel und Ministerium für

                       Innerdeutschen Handel. Dieser berief einen Bevollmächtigten, Schalck-

                       Golodkowski, der KoKo (Kommerzielle Koordinierung) übernahm.

                       Schalck war damals dem Außenhandels- und Finanzminister unterstellt und

                       rechenschaftspflichtig.

14. 09. 1972: Ministerpräsident Horst Sindermann ordnet an, dass der Zahlungsverkehr des

                       Bereiches   KoKo über die Deutsche Handelsbank und über die Deutsche

                       Außenhandelsbank AG abgewickelt wird .

                       KoKo wird faktisch „Devisenausländern“ gleichgestellt.

                       Die von KoKo geführten Lorokonten werden nicht mehr in die allgemeine

                       Bankenkontrolle einbezogen. Lorokonten:  http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/loro- konto/loro-konto.htm

                                   Verantwortlicher war Schalck, nur er war zu Auskünften berechtigt.

                       Dem Finanzministerium war Schalck nun auch nicht mehr Rechenschaft

                       schuldig.

                       Er wurde zum eigenen Kontrolleur seines Wirtschaftsunternehmens. Als

                       wichtigster Devisenbeschaffer war er faktisch unabhängig und bald nur noch

                       Honecker und Mielke untergeordnet.

02. 11. 1976:   Politbürobeschluss: E. Honecker, G. Mittag und Erich Mielke erhalten

                       unmittelbare Entscheidungsgewalt über KoKo.

                       Schalck war damit Untergebener von den drei oben genannten.

                       Mit diesem PB Beschluss wurden nun auch Exporte von Waffen und

                       Militärausrüstung auch in politische Krisengebiete möglich.

**********

Interessant sind einige besondere Konten:

 

Konto-Nr. 584: Ein spezielles Konto für DDR Firmen, die im Westen für die SED

                          arbeiteten.

                           Leiter Schalck.

Konto-Nr. 528: Von Mielke angelegt, wurde es von O.i.b.E. (Offizier im besonderen

                           Einsatz), Manfred Seidel geleitet. Es regelte die Finanzierung von Firmen,

                          die die Staatssicherheit mit High Tech versorgte.

                           Bis 1974 flossen u. a. auch die Erlöse aus Freikäufen politischer Häftlinge

                           auf dieses Konto. *         

                           Der jährliche Umsatz belief sich auf etwa 35 – 40 Millionen D Mark.

Konto-Nr. 628: Genannt das „Generalsekretärkonto“, wurde im März 1974 auf Anweisung

                           Erich Honeckers angelegt und zinsfrei geführt.

                           Es war für die Zahlungsfähigkeit der DDR gegenüber ausländischen

                           (West-) Finanzkrediten gedacht und musste ständig einen Umfang von

                           100 Millionen DM haben.

                           Darüber durfte nur mit Zustimmung E. Honeckers verfügt werden.

                           Das Volumen hatte in dem Umfang zu steigen, wie die Verschuldung der

                           DDR zunahm.

*

Aufstellung von Alexander Schalck-Golodkowski über die Einnahmen aus dem Gefangenenfreikauf durch die BRD zwischen 1964 und 1985:

 

Analyse

Über das Sondergeschäft „B“ von 1964-1985;

Das Geschäft wird über die Evangelische Kirche vertraglich gebunden und über uns bekannte Firmen realisiert.

Folgende Ergebnisse wurden seit 1964 erzielt:

1964         37,9 Mio DM

1965         67,6 Mio DM

1966         24,8 Mio DM

1967         31,4 Mio DM

1968         28,4 Mio DM

1969         44,8 Mio DM

1970         50,6 Mio DM

1971         84,2 Mio DM

1972         69,4 Mio DM

1973         54,0 Mio DM

1974         88,1 Mio DM

1975        104,0 Mio DM

1976        130.0 Mio DM

1977        143,9 Mio DM

1978        168,3 Mio DM

1979        106,9 Mio DM

1980        130,0 Mio DM

1981        178.0 Mio DM

1982        176,9 Mio DM

1983        102,8 Mio DM

1984        387,9 Mio DM

1985        302,0 Mio DM

gesamt: 2511,9 Mio DM