Karl Martell, der „Hammer“ und Retter des Frankenreiches

 

Ohne Karl Martell wären wir heute vielleicht unter arabischer Herrschaft.

Karl Martell in der Schlacht von Tours und Poitiers

 Während die Merowinger unter v. a. unter Chlodwig I. das Fränkische Reich aus den Wirren der Völkerwanderung herauskristallisierten ( http://geschichte-wissen.de/antike/90-die-germanen/580-chlodwig-i-gruender-frankenreich.html ), wurden durch Karl Martell die äußeren Feinde abgewehrt und die Macht der Merowinger faktisch in die Hände der Karolinger verlegt. Karl war nämlich kein König der Merowinger, er war wie sein Vater auch ein „Hausmeier“, das ist ein Verwalter – eine Art Beamter. Hausmeier regelten und organisierten die praktische Arbeit bei Hof und im Land, man muss sich das mit der Arbeit eines Kanzlers vergleichen . Durch dieses erwarben sie großen Einfluß auf die Staatsgeschäfte und bestimmten das Geschehen maßgeblich mit, während die eigentlichen repräsentierenden Merowingerkönige immer mehr an Einfluss verloren, vergleichbar mit dem Amt des Bundespräsidenten.   Das Geschehen: Im Jahre 711 setzen arabische Truppen bei Gibraltar über und erobern die iberische Halbinsel innerhalb drei Jahren und zerschlagen sämtliche westgotischen Heere in Spanien. Die arabischen Eroberer sind übermächtig, brutal und in der Überzahl. Es wird berichtet, ihre Lieblingsspeisen seien Herz und Leber ihrer gefallenen Gegner. Außerdem brandschatzen, plündern und morden sie durch die eroberten Gebiete und verwüsten sie. Seit fast hundert Jahren ziehen sie im Zeichen des Halbmondes durch Europa von Sieg zu Sieg. Ihr wichtigstes Ziel aber war, Beute zu machen. Mittlerweile waren die Araber so mit Beute überladen, dass sie den Vorteil ihrer Wendigkeit bald einbüßten. Weiter treibt es sie über die Pyrenäen nach Südfrankreich. Im Jahre 725 wird das Heer des Herzogs Eudo von Aquitanien (Südfrankreich) zerschlagen. Herzog Eudo flieht nach Paris und berichtet Karl Martell, welcher die Amtsgeschäfte für den geistig teilnahmslosen Merowingerkönig Theuderich IV. führte. Karl trug den Namen „Martell“, das heißt „Hammer“, weil er bekannt war, dass er seine Gegner rücksichtslos zerschlug. Karl Martell erkannte die tödliche Gefahr für sein Reich und wusste aber auch um die Zuverlässigkeit und Kampfkraft seines Heeres. Sein Fußvolk ist ausgerüstet mit Spieß, Schwert, Schild und einer Streitaxt, die dem Feind auf kurzer Distanz entgegen geschleudert wurde. Seine Reiter tragen einen eisernen Panzer mit Helm und Beinschutz. Doch sind seine Krieger mit 15 000 Mann in der Unterzahl gegenüber dem mächtigen Feind. Am 10. Oktober 732 kommt es bei Tours zum Kampf! Aber die Männer Karls stehen wie ein Steinblock und wehren die Angriffe der Araber trotzig ab. Die Reiter durchbrechen die Reihen der Eindringlinge und zerstören das Hauptlager der Muslime. Durch dieses Manöver geraten die Araber in Sorge um ihre Beute in Panik und verlassen zum Teil das Schlachtfeld. Schließlich ergreifen sie die wilde Flucht. Das Desaster ihrer Niederlage war so groß, dass sie nur noch einmal – 5 Jahre später – über die Pyrenäen zurück kamen, um endgültig vernichtend geschlagen zu werden. Die Rettung des Frankenreiches vor dem äußeren Feind verdanken wir nicht den Merowingerkönigen, sondern dem Hausmeier Karl Martell, der ohne die Krone zu tragen, erolgreich die Staatsgeschäfte führte, dadurch immer einflussreicher wurde und die Bedeutung der Merowingerkönige zurückdrängte. Man sagt, die Macht ging mehr und mehr auf die „Karolinger“ über. Karl´s Sohn Pippin war es dann vergönnt, die Krone selbst zu erwerben. Der Höhepunkt dieser Entwicklung aber war Kaiserkrönung von Karl dem Großen, dem Enkel von Martell.   Aus dem Großen Bertelsmannlexikon: Karl Martell [„Hammer“], Hausmeier des Frankenreichs 715-741, um 688, † 15. 10. 741 Quierzy; Sohn des Hausmeiers Pippin II. (des Mittleren) und der Chalpaida, besiegte die Neustrier 716, 717 und 719 sowie die Araber 732 bei Tours und 737 bei Narbonne. Nach Theuderichs IV. Tod setzte Karl Martell keinen Merowingerkönig mehr ein und regierte selbst, königlich geehrt. Er erneuerte die Vorherrschaft der Franken, auch in Burgund und in der Provence. Um sich eine stets schlagkräftige Gefolgschaft zu sichern, stattete er seine Anhänger mit Benefizien (Lehen) aus Kirchengut aus. Die Mission des Bonifatius im rechtsrheinischen Gebiet schützte er. Bei seinem Tod teilte Karl Martell die Herrschaft unter seine Söhne Karlmann und Pippin dem Jüngeren.   Links: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Martell http://www.dibb.de/karl-martell-hausmeier.php