Warum ist Dinkelsbühl wie es ist?

Haus der Geschichte Dinkelsbühl
Dinkelsbühl (Krieg)

Der „Faszination Dinkelsbühl“ oder einfach der Frage „Warum ist Dinkelsbühl, wie es ist?“ widmet sich das Haus der Geschichte. Die fantasievollen Inszenierungen machen die Suche nach den Ursachen äußerst authentisch erlebbar, unterstützt durch die Möglichkeiten der audiovisuellen Medien, und rücken die über 600 Exponate buchstäblich ins rechte Licht.
Als Reichsstadt war Dinkelsbühl ein halbes Jahrtausend lang unabhängiger Stadtstaat und nur dem Kaiser untertan. Herrscher, in deren Hände die Geschicke der damaligen Welt lagen, residierten auch in Dinkelsbühl. Kaiser Karl V., in dessen Reich die Sonne nicht unterging, schritt durch dieselben Tore, durch die Gäste die Altstadt noch heute erreichen.
Die Thematik von Aufstieg, Erstarrung und Niedergang steht beispielhaft für viele kleinere Reichsstädte im süddeutschen Raum, deren Geschichte ebenfalls durch Krieg und Frieden bestimmt wurde, worauf der Untertitel verweist. Exemplarisch für Süddeutschland wird eine schicksalhafte Wende in der Dinkelsbühler Stadtgeschichte dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf den konfessionellen Auseinandersetzungen im 16. Jahrhundert, dem Dreißigjährigen Krieg und dessen Folgen, was für Dinkelsbühl eine strenge konfessionelle Parität bedeutete und die Stadtentwicklung lähmte. Der Westfälische Frieden griff hier ebenso wie in Ravensburg oder Biberach in die Stadtverfassung ein und läutete Jahrhunderte eines – Nolens-volens – Nebeneinanders ein. Ein Miteinander der Konfessionen entwickelte sich erst langsam im 19. Jahrhundert, bestes Beispiel dafür ist Christoph von Schmid, Kirchenmann, Jugendschriftsteller und berühmter Sohn der Stadt. Er steht für die Zeit der Aufklärung und die Versuche, das Trennende zwischen den Konfessionen zu überwinden.

Prunkmonstranz Haus der Geschichte Dinkelsbühl
Prunkmonstranz

Der Dinkelsbühler Galerie und der Tradition der Malschulen ist eine eigene Abteilung gewidmet. Deutlich nachvollziehbar wird die Entwicklung der Malerei um die Wende zum 20. Jahrhundert von den Akademiemalern um Carl Herpfer zur Plein-Air-Malerei der Münchener Schule. Erstmals gezeigt werden kann die umfangreiche Grafiksammlung der Dinkelsbühler Galerie ebenso wie eine wertvolle Stadtansicht des Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff.
Das neue Haus ist dank eines Aufzugs und entsprechender Rampen barrierefrei zu besuchen. Vom Innenhof aus sind die historischen Gefängniszellen unter dem Südflügel des Gebäudes immer zugänglich, solange das Hoftor geöffnet ist.
Das Wechselspiel zwischen der im Gegensatz zu vielen anderen ehemaligen Reichsstädten bestens erhaltenen und erlebbaren Altstadt und der Darstellung im Museum wird über das Element „Einblicke – Ausblicke“ verdeutlicht. Tourenvorschläge verlocken zu Stadtrundgängen oder Radtouren zu einzelnen Themen wie „Militär und Verteidigung“, „Gerichtsbarkeit“ oder „Klöster und Kirchen“.

Tuchscheren Haus der Geschichte Dinkelsbühl
Tuchscheren

Öffnungszeiten

Das Haus der Geschichte Dinkelsbühl ist von
November bis April
täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet

Mai bis Oktober
Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr,
an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.

Eintrittspreise
Erwachsene 4,00 €
Kinder (6 bis einschl. 16 Jahre) 2,00 €
Kinder unter 6 Jahren frei
Familien 9,00 €
Schüler im Klassenverbund 1,00 €
Gruppen/Ermäßigt
(Gruppen ab 8 Personen,
Schüler ab 17 Jahren,
Auszubildende, Studierende,
Wehr- und Ersatzdienstleistende,
Schwerbehinderte) 3,00 €

Anschrift
Altrathausplatz 14
91550 Dinkelsbühl
Tel:  09851/902-180 (Leitung)
Fax: 09851/902-189
E-Mail: hausdergeschichte@dinkelsbuehl.de

Stadtplan Haus der Geschichte Dinkelsbühl
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