Eine Delegation der NSDAP

 

Die NSDAP ging am 24. Februar 1920 in München durch Umbenennung aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervor, an der Hitler bereits mitwirkte. Vorsitzender den Partei wurde er am 29. Juli 1921 mit diktatorischen Machtbefugnissen innerhalb der Partei. Damit war der Aufstieg Hitlers direkt mit dem der NSDAP gekoppelt. Der Gründung der Partei folgten im Jahre 1922 eine Reihe von Parteiverboten auf regionaler Länderebene, so in Baden (4. Juli), Thüringen (15. Juli) und auf Grundlage des Republikschutzgesetzes vom 21. Juli 1922 folgten Verbote in Braunschweig (13. September), Hamburg (18. Oktober), Preußen (11. November) und Mecklenburg-Schwerin (30. November).

Dem gescheiterten Putsch von Adolf Hitler und Erich Ludendorff vom 8. und 9. November 1923 in München folgte am 23. November 1923 ein reichsweites Verbot gegen die NSDAP. Hitler wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, wurde jedoch im Dezember 1924 nach neun Monaten Haft „wegen guter Führung“ aus der Haft entlassen. Während dieser Haft entstand der erste Band von Hitlers „Mein Kampf“, welcher am Juli 1925 erschien. Der zweite Band erschien im Dezember 1926. Hitler legte darin programmatisch seine Überzeugungen dar, die insbesondere nationalistisch und antisemitisch geprägt waren.

 

Das Verbot der NSDAP wurde mit der Neugründung der NSDAP im Februar 1925 umgangen, größere Wahlerfolge konnte die Partei jedoch zunächst nicht erreichen. Insbesondere nach der Reichstagswahl von 1928, als die NSDAP nur 2,6 Prozent der Stimmen erreichte, änderte die Partei ihre Strategie. Sie setzte von nun an vor allem auf außenpolitische Themen (Antisemitismus wurde zunächst zurückgestellt) und auf Straßenterror insbesondere gegen die KPD. Hierbei ging die paramilitärische NS-Organisation „Sturmabteilung“ (SA) gegen den ebenfalls paramilitärischen „Rote Frontkämpferbund“ der KPD vor. Hitler selbst hatte bereits 1921 die Gründung der SA zunächst als parteiunabhängigen, aber auf Hitler eingeschworenen Wehrverband angeordnet. Wie die NSDAP wurde auch die SA nach dem gescheiterten Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 verboten. Nach 1925 gliederte sich die SA in die NSDAP ein. Die Mitgliederstärke der SA wuchs zwischen 1925 und 1930 von ca. 3.600 auf annähernd 60.000 Männer an. Bis Anfang 1933 wurde die SA zu einer Massenorganisation mit weit über 400.000 Mitgliedern.

Die neue Strategie der NSDAP nach 1928 diente, wie bereits erläutert, am 20. Juli 1932 als Vorwand für den sogenannten „Preußenschlag“. Die Mitgliederzahl der NSDAP wuchs zwischen 1925-1930 von 27.000 auf rund 130.000 an. Bis Januar 1933 stieg ihre Mitgliederstärke auf rund 850.000 an. 7 Im Vergleich dazu zählte die SPD am 30.06.1932 genau 984.117 Mitglieder. 8 Den ersten größeren Wahlerfolg hatte die NSDAP bei der Reichstagswahl am 14. September 1930, als sie mit 18,3 Prozent der abgegebenen Stimmen zweitstärkste Partei hinter der SPD wurde. Auf Landesebene trat die NSDAP bereits im Januar 1930 in Thüringen und noch im gleichen Jahr auch in Braunschweig in Koalitionsregierungen ein. Ihren größten Erfolg erreichte die Partei in der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, wo sie mit 37,3 % der abgegebenen Stimmen stärkste Partei im Reichstag wurde. Dennoch war sie zunächst nicht an den Präsidialregierungen beteiligt, da Hitler auf die Kanzlerschaft bestand, Hindenburg aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit war, ihm diese zu übertragen.

In der Reichspräsidentenwahl vom 13. März und 10. April 1932 trat auch Adolf Hitler als Kandidat gegen den amtierenden Paul von Hindenburg (parteilos), Ernst Thälmann (KPD) und Theodor Duesterberg (Stahlhelm/DNVP) an. In dieser Wahl erhielt Paul von Hindenburg im 1. Wahlgang 49,6 % und im 2. Wahlgang 53,1 % der abgegebenen Stimmen und lag damit jeweils vor Adolf Hitler, der 30,2 % bzw. 36,7 % erhielt. SPD und Zentrumspartei verzichteten bei dieser Wahl auf einen eigenen Kandidaten und unterstützten stattdessen Hindenburg, um Adolf Hitler als Reichspräsidenten zu verhindern. In dieser Wahl gelang noch ein Bündnis der demokratischen Kräfte gegen die erklärten Feinde der Republik.

 

Bild NSDAP Delegation: Bundesarchiv, Bild 119-5519 / CC-BY-SA

 

Artikel aus dem Magazin: Untergang der Weimarer Republik