General Philip Sheridan – Der Vollstrecker

 

Philip Henry Sheridan wurde am 6. März 1831 in Albany/New York geboren.

Das jüngste Kind irischer Einwanderer wuchs in Somerset/Ohio und verlebte dort eine zu der Zeit angenehme Kindheit.

 
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Hier ein Bild von General Philip Sheridan, koloriert von mir:

Im Jahr 1848 trat der nur 1,65 Meter grosse „Little Phil“ genannte Sheridan in die Militärakademie von West Point/New York ein. Fünf Jahre später verliess er mit einem guten Abschluss als Leutnant die Schule.

Er wurde dem 1. US-Infanterie Regiment in Fort Duncan Texas zugeteilt. Später kam er zum 4. Infanterie-Regiment nach Fort Reading/Kalifornien. Schon 1855 – 1857 nahm er an Indianerkriegen teil, das prägte meines Erachtens seinen Charakter, es machte ihn hart. Bei der Schlacht im Yakama- und Rogue Riverfeldzug gegen die Indianer holte er sich seine „Meriten“.
Später in Oregon wurde er im März 1861 zum Oberleutnant und im Mai noch zum Hauptmann befördert.

1861 im Sezessionskrieg war er Quartiermeister im 13. US-Infanterieregiment in Missouri. Im März 1862 nahm er an der Schlacht am Pes Ridge in Arkansas unter Brigadegeneral Samuel Ryan Curtis teil, um später unter Generalmajor Henry Wager Halleck bei der ersten Schlacht um Corinth teil zu nehmen, diese Schlacht dauerte vom April 62 – Juni 62.

Am 25. Mai 1862 wurde Philip Sheridan Kommandeur des 2. Michigan Kavallerie Regiments und gleichzeitig zum Oberst befördert. Mit diesem Regiment kämpfte er am 30. Mai bei Booneville/Mississippi während einer Aufklärung gegen ein Kavallerieregiment der Konföderierten. Da er sich so gut hielt, vertraute man ihm eine Kavalleriebrigade an, die er wieder in Bonneville zum Sieg führte, er wurde dafür zum Divisionskommandeur ernannt, und rückwirkend zum 1. Juli 1862 zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert.

Sheridan führte jetzt die 11. Division des III. Korps Generalmajor Don Carlos Buells der Ohio-Armee in der Schlacht bei Perryville im Oktober 1862. Seine Division war bei den Schlachten am Stones River und am Chickamauga federführend. Bei der Schlacht von Chattanooga unter Generalmajor Ulysses S. Grant war er auch dabei, wieder wurde Sheridan befördert und zwar zum Generalmajor der Freiwilligen (Rückwirkend zum 31.12.1862)

1864 machte Grant Sheridan zum Kommandierenden General des Kavalleriekorps zur Potomac Armee. Im Mai 1864 besiegte Sheridan die Südstaatler In der Schlacht an der Yellow Tavern, um später bei Trevilian Station von der Nord-Virginia-Armee eine Niederlage einzustecken.

Ulysses S. Grant vertraute Sheridan das Kommando über die neu aufgestellte Shenandoah-Armee an, um der Bedrohung des Shenandoahtals durch die Konföderierten Korps unter Generalleutnant Jubal Anderson Earlys zu entgegen zu treten.
Auch Sheridan bediente sich der „Verbannten Erde“, er schlug die Konföderierten bei Winchester, Fishers Hill und Cedar Creek. 
Wieder gab es eine Beförderung er wurde dieses mal in der regulären Armee zum Generalmajor befördert (Zwei Sterne).

Den Unterschied der Freiwilligenarmee und der regulären Armee werde ich in einem besonderen Beitrag schildern, denn es war ein ziemlich kompliziertes Regelwerk, so war auch George Custer in der regulären Armee „nur“ Oberstleutnant aber in der Freiwilligenarmee Generalmajor. Diese Brevetränge wurden gegen Ender der 1950 Jahre dann endgültig abgeschafft.

Im März 1865 kehrte er zur Potomac-Armee vor Petersburg zurück und hatte massgeblichen Anteil am Erfolg des Appomattox-Feldzuges unter Ulysses S. Grant, der zur Kapitulation von General Robert E. Lee bei Appomattox Court House führte

Nach dem Bürgerkrieg kommandierte Sheridan die US-Truppen an der mexikanischen Grenze. Laufend provozierte er die Regierung Mexikos unter Kaiser Maximilian. Ab März 1867 wurde Sheridan dann Militärgouverneur des 5. Militärbezirks (Texas und Louisiana, aber nur für ein halbes Jahr, auch hier fiel er mit unpopulären Entscheidungen und Aeusserungen auf, die eine Abberufung notwendig machten. Es gibt ein Zitat von Sheridan: *Sollte ich Texas und die Hölle besitzen, so würde ich Texas vermieten und in der Hölle leben“. Sein berühmtester Spruch war jedoch: „The only good Indians I ever saw were dead“ – „Die einzig guten Indianer, die ich jemals sah, waren tote“. Der Biograph Richard O’Connor schrieb: „Obwohl der allgemein ihm zugeschriebene Grundsatz ‚Der einzig gute Indianer ist ein toter Indianer‘ ein ungenaues Zitat dessen ist, was Sheridan wirklich sagte, dachte er jedoch genau so und handelte entsprechend.“

Nach dieser Aeusserung versetzte man ihn nach Missouri wo er für den Wehrbereich zuständig war, er arbeitete er an der Einrichtung des Yellowstone-Nationalparks. Nach dieser Arbeit widmete er sich wieder den Indianern zu. Hier nahm er für seine Zwecke die „Verbrannte Erde“ zu Hilfe. Er entzog den Indianern mit der Abschlachtung fast aller Büffelherden die Lebensgrundlage. Er liess Zeltdörfer niederbrennen, unter seinem Befehl wurden am Washita am 27. November 1868 schlafende Indianer überfallen, die Bilanz waren ca. 100 tote Männer, Frauen und Kinder, wahrlich ein Vollstrecker!

Trotzdem oder gerade deswegen wurde er am 4. März 1869 zum Generalleutnant befördert. 1870/71 beobachtete er im Auftrag der Regierung den Deutsch/Französischen Krieg in Europa. 1875 heiratete Sherman Irene Rucker, die Tochter eines Quartiermeisters, sie hatten 4 Kinder zusammen. Ein Sohn wurde auch Offizier, er starb aber 1918 an einem Herzversagen. 1883 wurde Philip Sheridan zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt.

Später wurde er noch einmal befördert und zwar zum General of the Army of the United States, er war der dritte Soldat nach Grant und Sherman dem diese Ehre zukam. Am 5. August 1888 starb Philip Sheridan vermutlich an Krebs in Bonquitt/Massachusetts. Sein Leichnam wurde im Nationalfriedhof von Arlington bestattet.

Ein Panzer, der M551 wurde nach Sheridan benannt, dann ein Berg im Yellowstone-Nationalpark, Strassen und Ortschaften, zu viel Ehre wie ich finde. Sheridan war ein guter Freund von General Custer, viele Male schützte er ihn vor dem Militärtribunal, Custer erlitt schlussendlich das Schicksal, das eigentlich auch Sheridan verdient gehabt hätte.

Meine Quellen: Eigene Aufzeichnungen, Joseph Wheelan – Terrible Swift Sword: The Life of General Philip H. Sheridan