loving-filmDer berührende Film LOVING erzählt die außergewöhnliche Liebesgeschichte von Richard (Joel Edgerton) und Mildred Loving (Ruth Negga). Er feiert den Mut eines Paares, dessen Leidenschaft stärker ist als das Gesetz, und das damit zu einer Inspiration für Paare auf der ganzen Welt geworden ist. Im Mai wurde LOVING, der auf einer wahren Begebenheit beruht, auf den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt.

Es sind die 50er Jahre, Richard und Mildred sind sehr ineinander verliebt. Doch Mildreds Hautfarbe macht eine Liebesbeziehung unmöglich. In den Augen der anderen Weißen gehören die beiden nicht zusammen, unabhängig von der starken Zuneigung, die sie füreinander empfinden.

Eine Ehe zwischen schwarz und weiß ist in ihrer Heimat Virginia verboten, also reist das Paar in das liberalere Washington DC. Durch eine Hochzeit wollen sie allen zeigen, dass sie für immer zusammengehören, auch offiziell.

Doch die Freude währt nur kurz. Nach ihrer Rückkehr werden sie für ihre Tat mit Feindseligkeit und Hass bestraft; als die Polizei sie verhaftet, stellt man sie vor die Wahl: Ein getrenntes Leben in Virginia oder ein gemeinsames Leben fern ihrer Heimat, ihrer Familien, ihrer Freunde.

Für die Anerkennung ihrer Ehe, welche heute als ein Grundrecht verankert ist, mussten die beiden viele Opfer bringen. Nach neun schweren Jahren landet ihr Fall 1967 im letzten Schritt endlich vor dem obersten US-Gerichtshof.

 

Hintergrund zum Film Loving

29. Oktober 1933 Geburt von Richard Perry Loving Central Point, VA

22. Juli 1939 Geburt von Mildred Delores Jeter in Central Point, VA

2. Juni 1958 Nachdem sie ein gemeinsames Kind erwarten und nicht in ihrer Heimatstadt Virginia die Ehe eingehen dürfen, heirateten Richard und Mildred in Washington D.C., kehren zurück nach Central Point und ziehen in das Haus von Mildreds Familie

11. Juli 1958 Bernard Mahon, Virginias Bezirksstaatsanwalt in Caroline County, erzielt Haftbefehle gegen Richard und Mildred Loving

12. Juli 1958 Gegen 2 Uhr morgens brechen Sheriff R. Garnett Brooks und seine Hilfssheriffs in das Schlafzimmer des Paares ein und nehmen sie in Haft. Die Lovings kommen in Bowling Green ins Gefängnis, wo Richard eine Nacht hinter Gittern sitzt, bevor er gegen eine $1.000 Kaution, bis zu seiner Verhandlung, entlassen wird

13.-17- Juli 1958 Sheriff Brooks verweigert Richard die Kautionshinterlegung für Mildred, so dass sie für 5 Nächte im Gefängnis verbleibt, bevor auch sie gegen Kaution in Höhe von $1.000 freigelassen wird

Oktober 1958 Die Lovings werden wegen Verletzung des „Rassenintegrations-Gesetz“ Virginias angeklagt

Januar 1959 Den Lovings wird angeraten, sich schuldig zu bekennen und werden daraufhin vom Richter Leon Bazile schuldig gesprochen. Sie werden zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Unter der Voraussetzung, dass sie Caroline County und den Staat Virginia sofort verlassen, nicht gemeinsam zurückkehren oder sich zeitgleich im besagten County für einen Zeitraum von 25 Jahren aufhalten wird Ihnen Strafaussetzung gewährt Die Lovings ziehen nach Washington, D.C., wo sie bei Mildreds Cousin Alex Byrd und seiner Frau Laura leben

1963 Mildred schreibt an den Justizminister Robert F. Kennedy und bittet ihn um Unterstützung für sich und Richard, Kennedy antwortet, dass er ihnen persönlich nicht helfen kann, aber ihren Fall dem Ortsverband Washington der American Civil Liberties Union (ACLU) berichten wird. Im Juni wird der Fall Loving dem ACLU-Anwalt Bernard Cohen übertragen, ein paar Monate später schließt sich der Menschenrechtsanwalt Philip Hirschkop dem Fall an, beide Anwälte arbeiten pro bono. Im November stellt Bernard Cohen einen Antrag bei Richter Bazile, um das Urteil und den Schuldspruch aufzuheben

1964 Die Lovings und ihre 2 Kinder ziehen zurück nach Virginia und leben heimlich in einem Bauernhof in King & Queen County

22. Januar 1965 Richter Bazile verweigert das Gesuch und verteidigt Virginias Verbot von Eheschließung aufgrund von Rassenmerkmalen. “Der allmächtige Gott erschuf die Rassen Weiß, Schwarz, Gelb, Malaisch und Rot und verteilte sie auf verschiedenen Kontinenten. Und auch wenn diese Anordnung gestört wird, gibt es keinen Grund für solche Ehen. Die Tatsache, dass er diese Rassen getrennt voneinander angeordnet hat zeigt, dass er nicht beabsichtigt hat, diese miteinander zu mischen.“

07. März 1966 Virginias Oberster Gerichtshof hält die Verurteilung der Lovings weiter aufrecht, entscheidet aber, dass die Verfügung, den Staat für 25 Jahre verlassen zu müssen übertrieben war und verweist den Fall zur näheren Untersuchung an das Bezirksgericht für einen erneuten Urteilsspruch

18. März 1966 Die Ausgabe des Life Magazine enthält (ohne Quellenangabe) den Artikel “Das Verbrechen, verheiratet zu sein”, begleitet von Schwarz-Weiß-Fotografien der Lovings und ihrem Zuhause in King & Queen County, die der Fotograf Grey Villet gemacht hat. Der Artikel zitiert das Urteil Anfang des Monats und merkt an “Loving gegen Virginia kann der nächste historische Meilenstein in der Geschichte der Menschenrechte sein“

März 1966 Loving gegen Virginia ist nun ein Fall des Obersten Gerichtshofes von Amerika

9. April 1967 Der Oberste Gerichtshof führt mündliche Anhörungen im Fall Loving gegen Virginia durch, inclusive Bernard Cohens Aussage: “Die Lovings müssen das Recht haben, nachts schlafen gehen zu können in dem Wissen, dass wenn sie morgens nicht wieder aufwachen, ihre Kinder das Recht hätten, sie zu beerben. Sie haben das Recht, sicherzugehen, dass, wenn sie schlafen gehen und den nächsten Morgen nicht erleben, dass der Hinterbliebene von ihnen Beiden, das Recht auf Sozialleistungen hat.“

12. Juni 1967 Der Oberste Gerichtshof erlässt eine einstimmige Entscheidung, dass ein Verbot von Eheschließung aufgrund von Rassenmerkmalen als verfassungswidrig gelte und eine Verletzung des 14. Zusatzes der Gleichstellungsgarantie darstelle, der Oberste Richter Earl Warren schreibt die Stellungnahme im Namen des Gerichts: „Gemäß unserer Verfassung darf die Freiheit, eines Individuums eine Person einer anderen Rasse zu heiraten oder nicht zu heiraten, nicht vom Staat verletzt werden.“

Jeden 12. Juni Loving Day, ein alljährliches Gedenken an das Urteil des Obersten Gerichtshofs

 

Mehr Informationen: https://www.facebook.com/loving.film.DE