Napoleons Tod

 

1. Napoleon und seine Familie waren lange Anti-Französisch eingestellt

Bei Napoleons Geburt im Jahr 1769 gehörte Korsika erst 15 Monate zu Frankreich. Davor war es von Genua besetzt gewesen. Die Korsen empfanden sowohl Italiener als auch Franzosen als Besatzer und kämpften vergebens für ihre Unabhängigkeit.
Auch Napoleons Eltern waren gegen die Franzosen, wobei sein Vater nach der Niederschlagung der anti-französischen Aufstände mit ihnen zusammenarbeitete. Als Kind lernte Napoleon fließend französisch zu sprechen, jedoch mit deutlich hörbarem korsischen Akzent.

In seiner Jugend träumte Napoleon von einem unabhängigen Korsika – diese politische Einstellung wechselte jedoch mit der Französischen Revolution und wandelte sich letztlich mit der Flucht seiner Familie aus Korsika wegen politischer Streitigkeiten.

 

 

2. Napoleon saß in Haft

Unbekannt ist vielen Menschen zudem, dass Napoleon in Haft saß. Er arbeitete mit den Jakobinern rund um Robespierre nach der Französischen Revolution zusammen, die eine Herrschaft des Terrors errichteten.
Nach dem Sturz Robespierres wurde auch Napoleon verhaftet und für 2 Wochen inhaftiert. Einen Bruch seiner militärischen Karriere konnte er jedoch vermeiden: Nach der kurzen Haft wurde er in seine alte Position beim Militär wiederaufgenommen.

 

3. Napoleons Herrschaft gründete auf einem Putsch

Ein Putsch gehörte während der Revolution zum politischen Handwerkszeug. Auch Napoleon gründete seine Herrschaft auf einem solchen. Mit einer großen Machtdemonstration seines Miltärs erreichte er den Sturz des Direktoriums und wurde selbst Konsul.

 

4. Es gab ein Zerwürfnis zwischen dem Papst und Napoleon

Auch weithin unbekannt ist das schwierige Verhältnis zwischen Papst Pius VII. und Napoleon. Den meisten wird der Mythos bekannt sein, dass Napoleon kurz vor der Krönung durch den Papst diesem die Krone aus den Händen nahm und sich selbst krönte.
Ob diese Legende wahr ist, sei dahingestellt. Dennoch wechselte das anfänglich gute Verhältnis von Papst und Kaiser bald ins krasse Gegenteil. Als Napoleon 1809 kirchliches Gebiet annektierte, erfolgte die Exkommunikation Napoleons – daraus folgte auch die landläufige Meinung (durch Propaganda seiner Feinde unterfüttert), dass Bonaparte der leibhaftigte Antichrist sei. Als Reaktion auf seine Exkommunikation stellte Napoleon wiederum unter Hausarrest.

 

5. Keine Schlacht, aber den Krieg verloren

Eine verlorene Schlacht bedeutet nicht, dass der Krieg verloren ist – und umgekehrt. Napoleon musste das während seines Russlandfeldzugs am eigenen Leib erfahren. 1812 zog er gegen den russischen Zar Alexander mit der Grande Armee (ca. 450.000 – 650.000 Mann) ins Feld und eilte von Sieg zu Sieg tiefer in das russische Zarenreich hinein. Die Russen wendeten jedoch die Taktik der verbrannten Erde an und entzogen dem französischen Heer so jede Überlebenschance.
Auch im Rückzug gewannen Napoleon und seine fähigen Generäle die meisten Abwehrschlachten – an der Niederlage änderte dies aber nichts mehr.

 

6. L’Empereur auf Elba

Nach seiner Niederlage bei der Völkerschlacht von Leipzig war Napoleons Herrschaft vorerst beendet. Der Kaiser wurde nach Elba verbannt. Er hatte dort volle Regierungsgewalt und durfte seinen Titel L’Empereur behalten, auch ein eigenes kleines Heer und eine kleine Flotte wurden ihm zuerkannt.
Das erwies sich als ein schwerwiegender Fehler. Er kehrte mit 1.000 Mann nach Frankreich zurück und riss wieder die Regierungsgewalt an sich. Erst die endgültige Niederlage bei Waterloo beendeten die Herrschaft des Korsen.