Wieder geht es um eine schillernde Persönlichkeit, dieses Mal um Ernst Cincera, einem Politiker aus der Schweiz, der für die Freisinnige Partei im Kantonsrat (analog Landtag in D) des Kantons Zürich sass.
Geboren wurde er 1928 und wer zuerst Silberschmied und Zeichnungslehrer. Im Militär erreichter er den Rang eines Oberstleutnants.

ernst cincera Colored 
Bild aus meiner Sammlung (koloriert)

 
 
Schon früh begann er sich für eventuelle Gegner der Schweiz zu interessieren, er sammelte mit Hilfe von Studenten und Gymnasiasten Daten über ihm verdächtige Leute.
„Cäsar“, wie er sich nannte, hatte schon bald ein fast so grosses Archiv wie der Schweizerische Nachrichtendienst. Er scheute sich zum Beispiel auch nicht ihm gefügige Leute an die
kommunistischen Weltjugendfestspiele in der DDR zu senden, um dort Sportler auszuhorchen.

Im November 1976 war jedoch Schluss, linksgerichtete Studenten konnten sich Zutritt zu seinem „Archiv“ verschaffen. Die Leute wurden zwar wegen Hausfriedensbruch verurteilt, doch die Empörung in der Bevölkerung war gross.

Nachdem auch Verbindungen zum Apartheidsystem in Südafrika zu Tage kamen wurde es für Cincera eng. Meines Wissens wurde er für seine „Tat“ nie verurteilt, sein „Archiv“ wurde sicher gerne von 
den Behörden übernommen, schliesslich gab es später die sogenannte Fichenaffäre, auf die ich auch noch eingehen werde.

Ernst Cincera starb 2004 nach langer schwerer Krankheit. 

Ich denke, in der heutigen Zeit würde er jubeln, über was für Möglichkeiten er verfügen könnte, es sollte aber immer Sache des Staates sein, verdächtige Leute zu überwachen, denn selbsternannte  Gesetzeshüter sind doch nicht so gerne gesehen.