friedrich-artikelDie Grenzen in Europa blieben nach diesem Frieden zwar unverändert, doch politisch gewann Preußen an Gewicht, denn es wurde nun zur 5. europäischen Großmacht und stand damit auf einer Stufe neben Österreich, Großbritannien, Russland und Frankreich. Auch begründete Friedrich II. damit gleichzeitig den sogenannten „Deutschen Dualismus“, der erst 1866 im „Deutschen Krieg“ zugunsten einer preußischen Dominanz in Deutschland beendet werden sollte. Aber: Wenn wir heute von einem „Dualismus in Deutschland“ sprechen, dann sollten wir dabei auch beachten, dass für Friedrich II. „dem Großen“ nur sein eigenes Königreich wichtig war. Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ hatte für ihn keine Bedeutung mehr.
Friedrich II. kämpfte in den Schlachten, die er selbst anführte, stets mit, was ihm eine große Popularität bei den Soldaten einbrachte. Den Ruf der „Unbesiegbarkeit“ büßte er zwar mit zunehmender Schwächung der preußischen Armee ein, doch erwies er sich als genialer Feldherr, der auch gegen zahlenmäßig stark überlegene Gegner siegen konnte. Hervorzuheben ist hier insbesondere die Schlacht bei Leuthen am 5. Dezember 1757, in der Friedrich II. mit 29.000 Preußen über 66.000 Österreicher, Württemberger und Bayern unter Anwendung der sogenannten „Schiefen Schlachtordnung“ siegte.
Aber, wie beschrieben, gab es auch große Tiefpunkte. Insbesondere die Schlacht bei Kunersdorf (12. August 1759) war so katastrophal, dass Friedrich II. vor Verzweiflung sein Kommando abgab und Historiker vermuten sogar, dass er in dieser Situation an Selbstmord dachte. Ohnehin rettete ebenfalls in dieser Schlacht die legendär gewordene Tabakdose in der Jackentasche das Leben Friedrichs II. vor einer feindlichen Kugel.
Nach ihrem Tod sagte Friedrich II. über Maria Theresia:
„Sie hat ihrem Thron und ihrem Geschlecht Ehre gemacht; ich habe mit ihr Kriege geführt, aber ich war nie ihr Feind.“

 

(Artikel aus der Magazin-Ausgabe: Friedrich II. der Große von Preußen)