Bundesarchiv Bild 183-R86965 Potsdamer Konferenz Gruppenbild

Am 8. Mai 1945 endete der zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Bereits zuvor machten sich die Kriegsgegner der faschistischen Staaten Gedanken über eine Nachkriegsordnung in Europa nach einem siegreichen Ende des Krieges. Zu diesem Zweck kamen die „Großen Drei“ (USA, Großbritannien, UdSSR) zu Konferenzen in Teheran (28.11.-1.12.1943) und Jalta (Krimkonferenz: 4.2.-12.2.1945) sowie nach dem Krieg in Potsdam (17.7.-2.8.1945) zusammen. Zwar gab zwischen diesen drei Mächten erhebliche Meinungsunterschiede, jedoch wurde als ein Minimalziel klar, dass der Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands geführt werden sollte, mit der auch die staatliche Existenz Deutschlands enden sollte – bis dahin ein völkerrechtliches Novum.

Diese Unterschiede traten nach dem Ende des Krieges zunehmend zutage. Sie waren sowohl ideologisch als auch geopolitisch bedingt, was sich auch in der Zielstellung der Siegermächte manifestierte, was die Nachkriegsordnung betraf. So war für die Westalliierten klar, dass in Europa demokratische Staaten mit freien Wahlen entstehen sollten.
Die UdSSR unter Stalin hingegen ging in den von der Roten Armee besetzen Ländern sehr bald daran, kommunistische Regimes zu installieren.

 

Deutschland wurde auf der Grundlage des Potsdamer Abkommens vom 2. August 1945 in vier Besatzungszonen eingeteilt – eine britische, eine us-amerikanische, eine französische und eine sowjetische Besatzungszone. Für Berlin wurde eine gemeinsame Verwaltung aller vier Siegermächte vereinbart, gleichzeitig wurde aber auch die Stadt vier Sektoren eingeteilt. Für die „Oblast Kaliningrad“ (Nordostpreußen) wurde im Potsdamer Abkommen vereinbart, dass der Präsident der USA Truman und der britische Premierminister Attlee der Sowjetunion die protokollarisch festgehaltene Zusage gaben, bei einer künftigen Friedenskonferenz die endgültige Übertragung an die Sowjetunion politisch und diplomatisch zu unterstützen. Das betreffende Gebiet wurde bereits einige Monate vor dem Abkommen in die Sowjetunion integriert.

 

Über die übrigen deutschen  Ostprovinzen hieße es: „Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin überein, dass bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze Polens die früher deutschen Gebiete östlich der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße und die westliche Neiße entlang bis zur tschechoslowakischen Grenze verläuft, einschließlich des Teiles Ostpreußens, der nicht unter die Verwaltung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in Übereinstimmung mit den auf dieser Konferenz erzielten Vereinbarungen gestellt wird, und einschließlich des Gebietes der früheren Freien Stadt Danzig, unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen.“

 

Zusätzlich zu den genannten Gebieten wurde auch die Stadt Stettin am 5. Juli 1945 von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt, so dass sich auf diese Weise bereits die neue Ostgrenze eines zukünftigen Deutschlands abzeichnete. Die „endgültige Festlegung der Westgrenze Polens“ sollte laut Abkommen „bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden“. Auch eine „Ordnungsmäßige Überführung deutscher Bevölkerungsteile“, „die in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind“, ins verbliebene Gebiet Deutschlands wurde zwar im Abkommen geregelt, faktisch führte das zu einer Vertreibung von insgesamt etwa 15 Mill. Deutschen, die so auf inhumane Weise ihre angestammte Heimat verloren.

 

Fluechtlinge Heide Holstein

 

Nicht im Potsdamer Abkommen sondern bereits auf der Krimkonferenz (4.2.-12.2.1945) wurde auch die Ostgrenze Polens festgelegt, die im wesentlichen der sog. „Curzon-Linie“ entsprechen sollte. Dies führte auf Befehl Stalins nach 1945 zur Zwangsumsiedlung von etwa 1,8 Millionen Polen und etwa 500.000 Ukrainern.

 

Die Arbeit des nach dem Krieg in Deutschland eingerichteten Alliierten Kontrollrats war von Beginn an schwierig. So verlief zwar die Demilitarisierung in ganz Deutschland problemlos, doch bei anderen Fragen legten sowohl Frankreich als auch die Sowjetunion den Kontrollrat mit einer gezielten Vetopolitik zum Schutz eigener Interessen lahm. So wurde die  geplante Deindustrialisierung und die damit verbundene Demontage in den westlichen Besatzungszonen schon bald gestoppt, während die Sowjetunion in ihrer Besatzungszone umfangreiche Demontagen bei Industrie- und Infrastruktureinrichtungen und radikale Enteignungen in der Bevölkerung vornahm.

 

Unterschiedlich verlief auch die Demokratisierung in den deutschen Besatzungszonen. Während es in den westlichen Zonen rasch zur Bildung von demokratischen Parteien und Strukturen auf kommunaler Ebene und Landesebene kam, wurde die demokratische Entwicklung in der SBZ schon bald gestoppt. Wichtige Eckpunkte hierfür sind die Zwangsvereinigung von KPD und SPD im April 1946 und die Landtagswahlen vom  20. Oktober 1946, bei der die SED nur 47,5 % der abgegebenen Stimmen erhielt. Nach dieser Wahl verschärfte sich im Jahre 1947 die andauernde Demontage-, Enteignungs- und Sowjetisierungspolitik in der SBZ. Auch das Wahlrecht wurde abgeändert, so dass danach ausschließlich Wahlen mit einer Einheitsliste durchgeführt wurden, die keine Auswahlmöglichkeit mehr zuließen. Der bereits am 14. Juli 1945 gegründete „Antifaschistisch-demokratische Block“, dem alle Parteien in der SBZ angehörten, wurde dabei zum Instrument, durch das bis 1950 alle bestehenden Parteien der SED gleichgeschaltet wurden (daher: „Blockparteien“). So wurde unter der Führung der SED am 7. Oktober 1949 die DDR gegründet.

 

 

  • Abbildung 1: Konferenz von Jalta, sitzend: Attlee, Truman, Stalin – Bundesarchiv, Bild 183-R86965 / CC-BY-SA
  • Abbildung 2: Ankunft von Flüchtlingen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches in Heide/Holstein. – Hans Henning (Stadtarchiv Heide)