Vor mehr als 60 Jahren konnten die Deutschen erstmalig die D-Mark in ihren Händen halten, die damals die wertlos gewordene Reichsmark ablöste. Nach der Einführung des Euros im Jahr 2002 ist die Mark ein unvergessenes Stück Geschichte geblieben, das viele Jahre als Garant für Sicherheit und Wohlstand galt. Die Umlaufmünzen der Zeit liegen nach wie vor als Erinnerung oder Wertanlage in vielen Haushalten und sind auch als Sammlerobjekte sehr beliebt.

2 DM Mark Münze - Vorder- und Rückseite

Bildquelle: Muenzkurier

 

Die Planung der Währungsreform

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die bisherige Währung Deutschlands, die Reichsmark, nicht mehr geeignet. Der Grund hierfür lag in der Tatsache, dass die Volkswirtschaft keine Deckung mehr bot. Dazu kam, dass sich in der Zeit auch die sogenannte Zigarettenwährung in Deutschland etabliert hatte. Man zog einen direkten Warentausch gegenüber dem Kauf vor.
Hinzu kam, dass Deutschland in verschiedene Sektoren unterteilt worden war, in denen unterschiedliche Interessen verfolgt wurden. Die Alliierten Westmächte verfolgten andere Ziele als die Sowjetunion. Eines dieser Ziele war die Schaffung einer stabilen Währung. Hierzu bedurfte es einer Währungsreform.

Die geplante Währungsreform wurde zunächst streng geheim gehalten. Im Haus Posen in Rothwesten im Fuldatal wurden wesentliche Teile des Plans erarbeitet: In der Zeit vom 21. April bis 08. Juni 1948 trafen sich hier insgesamt elf Wirtschaftswissenschaftler und Vertreter deutscher Banken sowie drei Vertreter der im Westen bestehenden Militärregierungen. Sie erarbeiteten vier Gesetze, mit denen die Neuordnung des Geldwesens und die Einführung der D-Mark geregelt werden sollten. Bereits im März 1948 wurde mit der Schaffung eines Gesetzes über die Bank deutscher Länder hierfür der Grundstein gelegt
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Bemerkenswert ist, dass für diese neue Währung, die es zunächst nur in Papierform gab, keinerlei Deckung existierte. Am 18. Juni 1948 wurde erstmals öffentlich in einer Rundfunkmeldung über die Reform berichtet, drei Tage vor der Einführung der D-Mark. Die Gesetze traten am 20. Juni in Kraft.

 

Die Einführung der DM

Am 21 Juni wurde die D-Mark in den westlichen Besatzungszonen eingeführt und dort als alleiniges Zahlungsmittel festgesetzt. Diese Besatzungszonen entsprachen dem ehemaligen Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bis 1990, jedoch ohne das Saarland, das zum damaligen Zeitpunkt noch Frankreich angehörte. Im geteilten Berlin wurde die Währung mit Ausnahme des sowjetischen Sektors mit einer Verzögerung von drei Tagen am 24. Juni 1948 eingeführt. Aufgrund ihrer Einführung blockierten die Sowjets alle Versorgungswege in die Stadt.

Man organisierte die Ausgabe der neuen Währung an altbekannten Stellen, nämlich dort, wo sonst Lebensmittelmarken an die Bevölkerung verteilt wurden. Da es zunächst keinen Umtausch gab, wurde jedem der gleiche Betrag ausgezahlt. Dieser Betrag belief sich auf 60 DM, die in zwei Schritten ausgezahlt wurden. 40 DM bekam man sofort, die restlichen 20 DM zwei Monate später. Um die Wirtschaft anzukurbeln, konnten Unternehmen auf Antrag ebenfalls einen Betrag in Höhe von 60 DM je Angestellten bekommen. Bei der späteren Umstellung des bestehenden Barvermögens, also von RM auf DM, wurden diese bereits gezahlten Beträge angerechnet.

Die endgültige Umstellung von Reichsmark auf DM fand am 26 Juni statt. In einem sehr unübersichtlichen Verfahren kam es schließlich zu einem Kurs von 10:0,65. Das bedeutet, man erhielt je 100 RM 6,50 DM.

 

Die Rolle der Bank deutscher Länder und die Entwicklung der DM in dieser Zeit

Die Bank deutscher Länder wurde gegründet, damit die Währungsreform umgesetzt werden konnte. In der Folge war es ihre Aufgabe, die Währungspolitik der West-Alliierten umzusetzen. Zunächst nur für die Trizone, bis schließlich auch die französische Besatzungszone sich anschloss. Neben der Währungspolitik war sie zudem dazu befugt, Banknoten und Münzen auszugeben. Dieses Recht wurde nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland auf den Bund übertragen. Allerdings war die Bank deutscher Länder bis 1951 noch weisungsgebunden, bevor sie ihre Unabhängigkeit erlangte.

Mit der Währungsreform hob der damalige Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard die bestehende Preisbindung auf und es kam zu einer freien Marktwirtschaft. Allerdings war diese Entwicklung mit einer starken Inflation verbunden, in deren Folge es zu einem Generalstreik kam.
Durch Ausbruch des Koreakrieges 1950 und die Verlagerung amerikanischer Unternehmen auf den Rüstungsmarkt konnten deutsche Unternehmen ihre Absätze auf dem Weltmarkt steigern und erhebliche Gewinne erzielen.

 

Die Zeit der deutschen Bundesbank

Im Jahre 1957 wurde die Deutsche Bundesbank gegründet und die Bank deutscher Länder aufgelöst. Ab diesem Zeitpunkt wurde die DM nur noch von ihr ausgegeben. Durch das Bundesbankgesetz besaß sie die Hoheit sowohl über die Banknoten als auch über die Umlaufmenge. Allerdings hatte die Bundesbank Sicherheiten getroffen und für den Fall einer Krise ein geheimes Ersatzgeld bereitgehalten. In ihrer Geschichte hat der Wert der DM um ein Vielfaches verloren, allerdings war ihr Werteverlust nicht so groß wie bei anderen Währungen. In den etwa 50 Jahren ihres Bestehens verlor die DM von 1948 bis 1999 etwa 75 % ihrer einstigen Kaufkraft.

Mehr Informationen zu den DM-Banknoten und Münzen gibt es hier.

Noch erhältlich sind die Umlaufmünzen der Deutschen Mark auf: http://www.muenzkurier.de/Deutsche-Muenzen/