Deutsche Geschichte

Zeittafel der deutschen Geschichte

 

brandenburger-tor

 

Jungsteinzeit (etwa 6000 – 2000 v.

Chr.) Herausbildung der Germanischen Stämme

Urgermanische Zeit Bronzezeit

( etwa 2000 – 750 v. Chr.)

Teilung in Nord- und Südgermanen. Hohe Kultur ger-

manischer Bauernkrieger

Germanische Zeit (750 v.Chr. – 800):

Ausstrahlung des Germanentums weit nach Osten und Süd-

Osten Europas (500v. – 200n.Chr.) Vorstoß der Südgermanen gegen die Kelten bis nach Süddeutschland. Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. beginnend.

113 – 101 v.Chr: Vorstoß der Kimbern und Teutonen

58v.Chr: Cäsar besiegt die Sueven unter Ariovist:.

Römische Vorstöße gegen das Germanentum seit Cäsar

09:Arminius schlägt Varus im Teutoburger Wald:

21: Ermordung Armins.

69 – 71:Batavischer Aufstand unter Claudius

Civilis.

Aufgabe des Limes durch die Römer: um 250

etwa 350 – 370: Herausbildung großer Stammeseinheiten: 4 Jahrhundert n. Chr.

Ermanarisches Gotenreich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer:

Machtstellung germanischer Heerführer im Römerreich:

392 – 394: Arbogast

395 – 408: Stilicho

457 – 472: Rikimer

472: Gundobad

476 – 493: Odowakar:

um 330: Ulfila bringt den Goten den Arianismus

375 – 451 Hunnensturm: (Schlacht auf den Katalaunischen Feldern)

4. – 6. Jahrhundert: Große Völkerwanderung

   Alarich (395 – 410) sucht für die Westgoten Siedlungsboden zu gewinnen und erobert 410 Rom.

seit 600: Langsames Eindringen des Slawentums in den bisher ostgermanischen Raum:

Germanische Reichsgründungen auf römischen Boden: nach 400

Westgotenreich: 412 – 711

seit 412: Eindringen in Südgallien und Spanien

Politischer und kultureller Höhepunkt des Westgotenreiches ( um Toulouse)

Unter König Eurich: 466 – 484: Niederbruch des Reiches durch Verrat des katholischen Episkopats an Chlodwig: 507

586: Zusammenbruch des Arianismus bei den Westgoten

Die Erzbischöfe von Toledo werden zu Beherrschern des Westgotenreichs

König Wamba (672 – 680) wird anlässlich seiner Versuche zur Erneuerrung des Reiches von der Kirche gestürzt

711: Ende des Westgotenreiches durch den Arabersieg bei Ferez de la Frontera

Ostgotenreich: 490 – 555

488 – 489: Theoderich dringt mit den Ostgoten in Italien ein

490 – 526: Machthöhepunkt des Ostgotenreiches unter Theoderich d. Gr.:

Pläne eines germanischen Staatenbundes.

535 – 555: Ostrom vernichtet die Ostgoten

Wandalenreich: 429 – 534

409: Eindringen und Ansiedlung der Wandalen in Spanien

429: Die Wandalen setzen unter Geiserich nach Nordafrika über

 

König Geiserich (gest.477) baut das Wandalenreich und Karthago zur beherrschenden Seemacht am Mittelmeer auf.

König Hilderich (523 – 530) sucht verhängnisvolle Annäherung an Ostrom und den Katholizismus.

533 – 534: Ostrom vernichtet das Wandalenreich unter Gelimer

Langobardenreich: 568 – 774

568: Aufbruch der Langobarden unter Alboin von der Donau nach Oberitalien.

590: Mit dem römischen Bischof Gregor I. setzt der Kampf des Katholizismus mit innen- und außenpolitischen Mitteln gegen das arianische Langobardenreich ein

754: Der Franke Pippin bricht auf Veranlassung des Papstes das bisherige Bündnis mit den Langobarden

754 u. 756: Niederlage der Langobarden durch die Franken

774: Karl d. Große verjagt gemäss dem Wunsche des Papstes seine langobardische Gattin und zerstört das Langobardenreich

Frankenreich

258: Die Franken überschreiten den Rhein nach Westen

Der Merowinger Chlodwig (481 – 511) fasst die Franken zu einem einheitlichen Reich zusammen.

486: Chlodwig schlägt den römischen Statthalter Syagrius .

Er ermöglicht damit die fränkische Besiedlung Galliens bis zur Loire.

496: Chlodwig tritt aus politischen Gründen als erster germanischer König zum Katholizismus über.

496: Unterwerfung der Alemannen durch Chlodwig.

Chlodwig benutzt den Katholizismus als Sprengkörper in den angrenzenden Reichen.

507: Zurückdrängung der Westgoten bis zur Garonne.

531/532: Niederwerfung Thüringens.

532: Vernichtung des Burgunderreiches.

Innerer Verfall des Merowingerreiches. Nach dem Tode Dagoberts I (639) beginnen die königlichen Scheinherrschaften.

687: Pippin der Mittlere, Hausmeier aus dem Hause der Karolinger, stellt die Reichseinheit unter seiner Führung wieder her.

Karl Martell (714 – 741) hält durch den Sieg bei Poitiers (732) den Angriff des Islams gegen die nordisch-germanische Kulturwelt auf.

Herausbildung des Lehnswesens.

746: Karlmann bricht den letzten alemannischen

Selbstständigkeitswillen durch das Blutbad bei Kannstadt.

Pippin der Jüngere beseitigt mit päpstlicher Hilfe 751/752 das Schattenkönigtum Childerichs III.

Dafür rettet Pippin das Papsttum vor den Langobarden 754 und 756 und stiftet den Kirchenstaat: Pippinsche Schenkung 754.

732: Der angelsächsische Mönch Bonifatius ( etwa 675 – 754) legt den Grund für die kirchliche Abhängig-keit von Rom.

 

Karl der Große: 768 – 814

774: Vernichtung des Langobardenreiches.

772 – 802: Niederringen der Sachsen.

782: Hinrichtung von 4500 Sachsen bei Verden.

785: Taufe Widukinds.

788: Endgültige Unterwerfung der Bayern.

791 – 796: Markengründung im Osten und Krieg gegen die Awaren.

800: Kaiserkrönung in Rom.

Ludwig der Fromme: 814 – 840

Auflösung des Reiches. Papst und Kirche greifen in die inneren politischen Verhältnisse ein.

841 – 843 : Fränkischer Bruderkrieg.

Pseudoisidorische Dekretalien ( Fälschungen angeblich aus dem ersten Jahrhundert, um die politische Macht des Papsttums zu srärken)

Ostfränkisches Reich:

Ludwig, der Deutsche:843 – 876

843: Vertrag von Verdun: (erhielt den Teil östlich des Rheins)

870: Vertrag von Meersen: Teilung Lothringens

Karl III. 876 – 888

880: Vertrag zu Ribemont, bringt ganz Lothringen zum Ostreich.

Arnulf von Kärnten: 887 – 899,

891: Sieg über die Normannen.

Ludwig das Kind: 900 – 911

Herausbildung selbstständiger Herzogtümer, Ungarneinfälle, 910: Gründung Clunys.

Aussterben der ostfränkischen Karolinger

Konrad I. von Franken: 911 – 918

Kampf gegen den Partikularismus (Erstarken der Fürstentümer) mit Hilfe der Kirche.

 

Erstes deutsches Reich

Sächsische Kaiser:

Heinrich I.: 919 – 936

925: Allgemeine Anerkennung des Königtums.

928 – 932: Vorstöße des Deutschtums nach Osten über Elbe und Oder.

933: Ungarnschlacht an der Unstrut.

Otto I. der Große: 936 – 973

Innere Aufstände: 938 – 939 und 953 – 955

955: Ungarnschlacht auf dem Lechfeld.

seit 955: Innere Festigung des Reiches (Ottonische Verfassung).

955: Sieg über die Slawen an der Recknitz.

Otto wird König der Langobarden: 951 und Kaiser: 962

968: Magdeburg wird Mittelpunkt der Ostsiedlung.

Otto II. : 973 – 983

982: Einseitige Italienpolitik, Niederlage in Süditalien durch die Sarazenen.

Großer Slawenaufstand 983 bedeutet Rückschlag der Ostsiedlung.

Otto III. : 983 – 1002

Unter romanischem Einfluss phantastische Pläne eines Rom-kaisertums .

1000: Loslösung Gnesens (polnische Hauptstadt) von der deutschen Kirche.

1002: Willigis von Mainz organisiert die deutsche Staatskirche gegen den päpstlichen Universalismus.

Heinrich II.: 1002 – 1024

Anwachsen der Kluniazenser (Mönchsreformer, fordern u.a. enge Bindung an Papst)

Romfeindliche Synoden in Seligenstadt: 1023, und Höchst: 1024

Salische Kaiser:

Konrad II. : 1024 – 1039

1031: Rückgewinnung der Lausitz.

1033: Burgund kommt zum Reich.

1037: Erblicherklärung der Lehen.

Machthöhepunkt des Reiches.

Heinrich III.: 1039 – 1056

Böhmen muss die Lehnshoheit des Reiches anerkennen: 1041

1046: Der Kaiser beseitigt den Verfall des Papsttums und verzichtet auf die Simonie (Besetzung geistlicher Stellen durch Laien).

1049: Der Mönch Hildebrand (später Gregor VII.) gewinnt unter dem ersten Kluniazenserpapst Leo IX. entscheidenden Einfluss.

Adalbert (1043 – 1072), Erzbischof von Bremen, findet mit seinen anti-römischen Plänen keine Unterstützung

Heinrich IV. : 1056 – 1106

Schwächliche Regentschaft der Kaiserin Agnes (1056 – 1062), der Mutter an des Kaisers statt)

1059: Unrechtmäßiges Zustandekommen eines neuen Papstwahldekrets.

Regentschaft der Bischöffe (an des Kindkaisers statt): (1062 – 1065)

1063: Begin der partikularistischen Opposition (Teil- und Fürstenstaaten).

Gregor VII. Papst: 1073 – 1085

1076: Investiturstreit, Gregor bannt den Kaiser, Zusammenspiel von Papsttum und Partikularismus.

1077: Canossa und Partikularistisches Gegenkönigtum.

1096 – 1099: Erster Kreuzzug.

1104: Empörung des Kaisersohns Heinrich (V). gegen ihn

Heinrich V.: 1106 – 1125

1122: Wormser Konkordat bedeutet das Ende der deutschen Staatskirche.

Wahlkaiser:

Lothar III. von Supplinburg 1125 – 1137

1125: Durchsetzung des Wahlkaisertums.

1126: Beginn des Kampfes zwischen Welfen und Staufen.

1134: Höhepunkt der Ostpolitik; Belehnung Albrechts des Bären (mit Brandenburg).

Staufische Kaiser

Konrad III.: 1138 – 1152

1147 – 1148: Zweiter Kreuzzug.

Friedrich I. Barbarossa: 1152 – 1190

1156: Österreich Herzogtum.

1156: Einigkeit zwischen dem Kaiser und Heinrich dem Löwen ermöglicht eine machtvolle Reichs- und Ostpolitik.

1157: Rainald von Dassel weist päpstlichen Machtanspruch scharf zurück.

1163: Schlesien wird von Polen losgelöst.

seit 1157: Friedrich im Kampf mit Papsttum, lombardischen Städten und den Normannen.

1176: Heinrich der Löwe verweigert Friedrich die Hilfeleistung.

1182: Niederwerfung Heinrichs des Löwen und Zerstückelung seiner Macht.

1184: Reichsfest zu Mainz als Symbol staufischer Macht und ritterlicher Kultur.

Heinrich VI. :1190 – 1197

1191: Gründung des deutschen Ritterordens.

1194: Eroberung Siziliens.

Universalistische Pläne des Kaisers, Erbmonarchie scheitert am Widerstand von Papsttum und Fürsten: 1195

Philipp von Schwaben: 1198 – 1208

Und Otto IV.. 1198 – 1218

1198: Erzbischof von Köln verschuldet Doppelwahl und Bruderkrieg.

Innozenz IV.(1198 – 1216) erringt so Weltstellung

1205: Philipp setzt sich durch, wird aber von Otto III. von Wittelsbach ermordet: 1208

1208: Allgemeine Anerkennung Otto IV., der die staufische Politik aufnimmt.

1209: Ausrottungskrieg gegen die Albigenser (Sekte von Askesen).

Friedrich II.: 1212 – 1250

1212: Der Staufer Friedrich stellt sich als päpstlicher Gegenkönig den Welfen entgegen.

1212: Sinnlose Kinderkreuzzüge Innozenz`III.

1212: Bettelorden der Dominikaner als neues päpstliches Machtinstrument gegründet.

1214: Schlacht bei Bouvines zwischen Franzosen und Engländern entscheidet für Friedrich II..

1215: Laterankonzil legt Ketzerverfolgung ausdrücklich fest.

Frankfurter Privileg vergibt landesherrliche Rechte an geistliche, Wormser Privileg 1231 an weltliche Fürsten.

1227: Inquisitionsvollmachten an den Dominikaner Konrad von Marburg.

1227: Norddeutscher Sieg über die Dänen bei Bornhöved, Eidergrenze.

1227: Erneuter Beginn des Kampfes mit dem Papsttum.

1230: Hermann Balke beginnt die Ordensarbeit in Preußen.

Heinrich (VII) tritt vergeblich der Inquisition entgegen; die Stedinger Bauern (verweigerten Zahlung des Zehnten und wurden der Ketzerei beschuldigt) werden trotzdem ausgerottet.

1241: Mongolenschlacht bei Liegnitz.

1241: Begründung der Hanse.

1246: Gegenkönigtum Heinrich Raspes,

1247 – 1256: Wilhelms von Holland.

Konrad IV.: 1250 – 1254

Völliges Aufgeben der staufischen Stellung im Reich

Interregnum: 1254 – 1273

Alfons von Kastilien: 1257 – 1274

Richard von Cornwallis: 1257 – 1272

1268: Konradin von Hohenstaufen enthauptet.

Wahlkönige

Rudolf von Habsburg: 1273 – 1291

1278: Niederwerfung Ottokars von Böhmen.

Zurücktreten der kaiserlichen Reichspolitik hinter der Hausmachtpolitik

Adolf von Nassau: 1291 – 1298

1298: Absetzung des Königs durch die Kurfürsten.

Albrecht I.. 1298 – 1308

1301: Niederwerfung der rheinischen Kurfürsten mit französischer Hilfe.

Heinrich II.: 1308 – 1313

1310: Pommerellen kommt zum deutschen Orden.

Friedrich der Schöne: 1314 – 1330

Und Ludwig IV., der Bayer: 1314 – 1347

1322: Sieg Ludwigs über Friedrich bei Mühldorf.

1324: Bannung Ludwigs des Bayern durch den Papst.

1325: Einigung der beiden Gegenkönige.

1338: Papstfeindliche Rhenser Beschlüsse der Kurfürsten.

Absetzung Ludwigs durch die Kurfürsten: 1346

Luxemburger

Karl IV: 1347 – 1378

1348: Erste deutsche Universität in Prag.

1351 – 1382: Blütezeit des deutschen Ordens (Winrich von Kniprode).

1356 : „Goldene Bulle“ legt die Sonderstellung der Kurfürsten gesetzlich fest.

1370: Die Hanse sichert sich im Frieden von Stralsund ihre Vormachtstellung in der Ostsee.

Wenzel: 1378 – 1400

1387: Kaiserbruder Sigismund erhält Ungarn.

1400: Wenzels mangelndes Interesse für das Reich führt zu seiner Absetzung durch die Kurfürsten.

Ruprecht von Wittelsbach: 1400 – 1410

Weiterer Machtverfall des Reiches

Sigismund: 1410 – 1437

1410: Polen schlägt den deutschen Orden bei Tannenberg.

1415: Friedrich von Hohenzollern erhält die Mark Brandenburg.

1414 – 1418: Konzil von Konstanz : Beseitigt Papstschisma (gleichzeitiges Bestehen zweier oder mehrerer Päpste)

1415: Feuertod des Jan Hus.

1418 – 1436: Hussitenkriege offenbaren den Machtverfall des Reiches.

Habsburger:

Albrecht II.: 1438/1439

1439 : „Mainzer Akzeptation“ der Kurfürsten für Kirchen- und Reichsreform.

Friedrich III.: 1440 – 1493

1448: Wiener Konkodat verschleudert Reichsrechte an den Papst.

1458: Ungarn und Böhmen setzen Nationalkönige ein.

1463: Kampf Diethers von Mainz für Reichs- und Kirchenreform scheitert.

1466: Verlust Westpreußens und Ermlands im zweiten Thorner Frieden.

1477: Maximilian heiratet Maria von Burgund.

1486: Kurfürsten setzen die Wahl Maximilians zum römischen König durch.

 

Maximilian I.:1493 – 1519

1504: Kurfürst Berthold von Henneberg scheitert mit seinen Plänen der Reorganisation des Reiches.

Martin Luther: 1483 – 1546

1517: Luthers Thesenanschlag.

1499: Loslösung der Schweiz vollendet.

Karl V.: 1519 – 1556

1521: Wormser Edikt.

1522 – 1523: Rheinischer Ritterkrieg.

1524 – 1525: Deutscher Bauernkrieg.

1526: Vordringen der Türken.

1526: Böhmen und Ungarn an Habsburg

Krieg zwischen Karl V. und Franz I

von Frankreich: 1521 – 1525 und 1527 – 1529

1525: Preußen wird weltliches Herzogtum.

1531: Zusammenschluss der Protestanten im Schmalkaldischen Bund.

1537: Gründung des Jesuitenordens (Gegenreformisten).

1546 – 1547: Schmalkaldischer Krieg.

1551: Metz, Toul und Verdun vom Reich losgerissen.

1552: Moritz von Sachsen zwingt Karl zur Flucht.

1555: Augsburger Religionsfrieden.

1545 – 1563: Reformkonzil von Trient.

Ferdinand I.. 1556 – 1564

Der Jesuit Canissus (1521 – 1597) eröffnet die Gegenreformation in Deutschland.

Maximilian II.: 1564 – 1576

Rudolf II.: 1576 – 1612

Gründung der protestantischen “Union”: 1608 und der katholischen “Liga”: 1609

Matthias: 1612 – 1618

1618: Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.

1618: Preußen fällt an Brandenburg.

Ferdinand II.: 1619 – 1937

6. 3. 1629: Restitutionsedikt, Erlass Kaiser Ferdinands II., gemäß dem alle seit dem Passauer Vertrag (1552) von den Protestanten eingezogenen Stifte und Kirchengüter an die Katholiken zurückgegeben, die Reformierten vom Religionsfrieden ausdrücklich ausgeschlossen und den katholischen Reichsständen das Recht zur Rekatholisierung ihrer Untertanen eingeräumt werden sollte. Im Westfälischen Frieden 1648 musste der Kaiser gänzlich auf die Durchführung des Restitutionsedikts verzichten.

1630 – 1632: Gustav Adolf in Deutschland.

1634: Ermordung Wallensteins.

1635: Sonderfrieden zu Prag.

Ferdinand III.: 1637 – 1657

1648: Westfälischer Frieden ; lässt das Reich nur noch dem Namen nach bestehen.

Leopold I.: 1658 – 1705

1658: Rheinbund Rheinische Allianz, in Frankfurt am Main unter dem Kurfürsten von Mainz, Johann Philipp von Schönborn, in Anknüpfung an ein Bündnis der drei geistlichen Kurfürsten mit Münster und Pfalz-Neuburg von diesen sowie Hessen-Kassel, Braunschweig-Lüneburg und Schweden geschlossener Bund, dem auch Frankreich beitrat; offizielles Bündnisziel war die Erhaltung des Westfälischen Friedens; 1667 aufgelöst.

Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst: 1640 – 1688

1660: Wiederherstellung der Souveränität Preußens.

Raubkriege Ludwigs XIV.: 1667 – 1668; 1672 – 1678; 1688 – 1697

1681: Raub Straßburgs.

1697 – 1718: Prinz Eugen (1663 – 1736) zwingt die türkische Gefahr nieder.

1701: Preußen Königreich.

1697: August der Starke von Sachsen wird König von Polen.

Joseph I.: 1705 – 1711

1701 – 1711: Spanischer Erbfolgekrieg.

Karl VI.: 1711 – 1740

19. 4. 1713 : „Pragmatische Sanktion“ erlassen die Pragmatische Sanktion Kaiser Karls VI. , ein österreichisches Staatsgrundgesetz, das Österreich außerhalb des Reichsrechts stellte, indem es die weibliche Erbfolge sicherte und die Unteilbarkeit der habsburgischen Länder einführte.

1736: Preisgabe Lothringens an Frankreich.

Friedrich Wilhelm I. von Preußen: 1713 – 1740

Karl VII., von Bayern.: 1742 – 1745

Maria Theresia von Österreich: 1740 – 1780

Friedrich der Große: 1740 – 1786

Schlesische Kriege: 1740 – 1742, 1744 – 1745

Franz I. von Lothringen: 1745 – 1765

1756 – 1763: Siebenjähriger Krieg.

Joseph II.: 1765 – 1790

1772: Erste Teilung Polens

1778: Bayrischer Erbfolgekrieg.

1785: Gründung des Fürstenbundes.

1786: Emser Punktation gegen Rom, Emser Punktation, die auf dem Kongress in Bad Ems 1786 in 22 Artikeln zusammengefassten Beschlüsse der Bevollmächtigten der Erzbischöfe von Mainz, Trier, Köln und Salzburg, die jede päpstliche Jurisdiktion in Gebieten, die deutschen Metropoliten unterstellt waren, ablehnten.

1787: Klerikale Opposition gegen den Josephismus entfacht den bel-gischen Aufstand.

Leopold II.: 1790 – 1792

Franz II.: 1792 – 1806

1792: Ausbruch der französischen Revolutionskriege.

Zweite und dritte Teilung Polens: 1793 und 1795

1803: Reichsdeputationshauptschluß:   Reichsdeputationshauptschluss, der Beschluss vom 25. 2. 1803 der letzten, außerordentlichen Reichsdeputation des Regensburger Reichstags des Hl. Römischen Reichs Deutscher Nation (bestehend aus Kurmainz, Böhmen [Österreich], Sachsen, Brandenburg [Preußen], Pfalz-Bayern, dem Hoch- und Deutschmeister, Württemberg, Hessen-Kassel), durch den die Entschädigung der Fürsten, die infolge der Frieden von Basel und Lunéville ihre linksrheinischen Gebiete an Frankreich hatten abtreten müssen, festgesetzt wurde: 1. Aufhebung aller geistlichen Fürstentümer, außer dem mit Aschaffenburg-Regensburg neu geschaffenen Staat des Kurerzkanzlers von Mainz, dem des Johanniterordens sowie dem des Deutschen Ordens; 2. Säkularisierung des Kirchenguts; 3. Mediatisierung der Reichsstädte bis auf Hamburg, Lübeck, Bremen, Frankfurt am Main, Augsburg, Nürnberg; 4. Neuschaffung der Kurfürstentümer Baden, Württemberg, Hessen-Kassel und Salzburg.

Rheinbundakte Rheinbund französisch Confédération du Rhin, der am 12. 7. 1806 auf Veranlassung Napoleons I. gegründete Bund zwischen 16 süd- und südwestdeutschen Fürsten, die sich unter französischem Protektorat für souverän erklärten und am 1. 8. 1806 vom Hl. Römischen Reich Deutscher Nation lösten. Die Rheinbundfürsten mussten als Bundesgenossen Frankreichs starke Heereskontingente für die Grande Armée stellen und erhielten dafür Gebietszuwachs und Standeserhöhungen. Nach der Niederlage Preußens 1806 traten auch Würzburg, Sachsen sowie die restlichen mittel- und norddeutschen Kleinstaaten dem Rheinbund bei. Das neu geschaffene Königreich Westfalen wurde 1807 zum Rheinbundstaat erklärt. Damit befanden sich 36 Staaten im Rheinbund. Abseits hielten sich Österreich, Preußen, Kurhessen und Braunschweig, Fürstprimas des Rheinbunds war Karl Theodor von Dalberg. Der Rheinbund löste sich während der Befreiungskriege auf.

1806: Auflösung des Ersten Deutschen Reiches.

Auflösung des Reiches:

1806 – 1813; Rheinbund.

1806/07: Niederbruch Preußens.

1807/08: Stein sucht Preußen innerlich zu erneuern

1809: Befreiungsversuch des Grafen Stadion in Österreich.

1813 – 1814: Volkserhebung in Preußen.

1813: Allgemeine Wehrpflicht in Preußen.

1814: Wiederherstellung des Jesuitenordens.

1815 – 1866: Deutscher Bund.

1815 : „Heilige Allianz“: Heilige Allianz,   auf Veranlassung des Zaren Alexander I. zwischen Russland, Österreich und Preußen am 26. 9. 1815 in Paris geschlossenes Bündnis, um die Staaten nach den Grundsätzen des Christentums, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens zu leiten. Alle europäischen Herrscher außer England und dem Papst traten der Heiligen Allianz bei. Sie wurde unter Führung Metternichs zum Werkzeug der reaktionären Mächte gegen die nationalen und liberalen Strömungen der Völker.

1817: Wartburgfest als Ausdruck des deutschen Einheitswillens. 1817: Karlsbader Beschlüsse: Karlsbader Beschlüsse, die Beschlüsse, die 1819 als Reaktion auf die Burschenschaftsbewegung und aus Anlass der Ermordung A. von Kotzebues im Deutschen Bund gefasst wurden. Metternich bat Preußen und einige „zuverlässige” Staaten nach Karlsbad zu einer Konferenz (6.-31. 8. 1819), die eine verschärfte Überwachung der Universitäten, Zensur von Büchern und Zeitschriften und die Einsetzung einer Zentraluntersuchungskommission zur Verfolgung „demagogischer Umtriebe” in Mainz beschloss. Die Beschlüsse wurden erst 1848 nach der Märzrevolution aufgehoben.

Verschärfung des Klerikalismus etwa seit 1819

1834: Deutscher Zollverein.

1835: Kirchenkonflikt in Köln und Posen.

1848: Märzrevolution und „Deutsche Nationalversammlung“.

1849: Unionsbestrebungen Preußens.

Und ihre Aufgabe durch den Vertrag von Ölmütz 1850

1860: Wehrgesetz Roons in Preußen.

1863: Bismarck Ministerpräsident.

1864: Deutsch-Dänischer Krieg gegen die Einverleibung Schleswig-Holsteins in Dänemark

1866: Preußisch-Österreichischer Krieg . Beendigt den Dualismus Dualismus [lateinisch, „Zweiheitslehre”], 1. die Aufteilung der Staatsgewalt auf zwei Herrschaftsträger, Beispiele: das Doppelkönigtum Spartas und das Konsulat in der römischen Republik; 2. die Rivalität zweier politischer Mächte in einem politischen Gesamtverband, Beispiele: das Verhältnis 1815-1866: Preußen-Österreich im Deutschen Bund.

1866 – 1870: Norddeutscher Bund.

1867: Umwandlung Österreichs in eine österreichisch-ungarische Doppelmonarchie.

1869 – 1870: Vatikanisches Konzil und Erklärung der „Unfehlbarkeit“ des Papstes.

 

Zweites Reich

Hohenzollern

Wilhelm I.: 1871 – 1888

18. Januar 1871: Kaiserproklamation in Versailles.

Dreikaiserbündnis 1872 Dreikaiserabkommen, zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland 1873-1878 und 1881-1886 („Dreikaiservertrag”) bestehendes Freundschaftsbündnis, das hauptsächlich auf innerer Übereinstimmung der drei Monarchen beruhte und gemeinsame Abwehr der von Westen drohenden Revolution bezweckte sowie die von Bismarck erstrebte Isolierung Frankreichs förderte.

1872 – 1888 : Kulturkampf: Die Auseinandersetzung zwischen dem Staat und der katholischen Kirche, die in Preußen und im Deutschen Reich seit 1871 geführt wurde. Der Ausdruck Kulturkampf stammt aus einem Wahlaufruf R. Virchows für die Fortschrittspartei („Kampf für die Kultur”).

Der Kulturkampf wurde ausgelöst durch die Frontstellung der katholischen Kirche gegen die liberale Staatslehre (Syllabus errorum 1864, Unfehlbarkeitsdogma 1870) und die oppositionelle Haltung der Zentrumspartei im neu gegründeten Deutschen Reich. Bismarck sah innenpolitische Gefahren durch eine Koalition von „Reichsfeinden” und äußere Bedrohungen durch katholische Mächte. Seine Maßnahmen fanden Unterstützung bei den Liberalen. Die wichtigsten Schritte waren: im Reichstag Annahme des Kanzelparagraphen 1871 und des Jesuitengesetzes 1872; in Preußen 1871 Auflösung der katholischen Abteilung des Kultusministeriums, 1872 Annahme des Schulaufsichtsgesetzes (staatliche Aufsicht über alle Schulen), 1873 Verabschiedung der Maigesetze, die eine wissenschaftliche Vorbildung der Geistlichen mit staatlichem „Kulturexamen” sowie eine Verstärkung der staatlichen Aufsicht über die Kirche vorschrieben. Wegen der von Papst Pius IX. unterstützten Weigerung der Katholiken, diese Gesetze anzuerkennen, wurden zahlreiche Bischöfe und Geistliche abgesetzt oder verurteilt. Im Mai 1875 folgte das Klostergesetz (Auflösung aller Klostergenossenschaften außer den krankenpflegerischen in Preußen); Einführung der Zivilehe 1874 in Preußen, 1875 im Reich; ferner die Sperrung der staatlichen Zuschüsse. Da die katholische Kirche ihren Widerstand behauptete und die Erbitterung der katholischen Bevölkerung sich in der wachsenden Stimmenzahl der Zentrumspartei ausdrückte, begann Bismarck nach dem Tod Papst Pius‘ IX. mit Papst Leo XIII. Ausgleichsverhandlungen, so dass durch die Friedensgesetze von 1880 und 1887 der Kulturkampf beendet wurde. Von den Kulturkampfgesetzen blieben in Kraft: Aufhebung der katholischen Abteilung im preußischen Kultusministerium, Gesetze gegen Kanzelmissbrauch, über Schulaufsicht des Staates, Kirchenaustritt, Zivilehe und Staatsaufsicht über die Vermögensverwaltung der kirchlichen Gemeinden.

1878: Berliner Kongress: Zusammenkunft der Vertreter der europäischen Großmächte vom 13. 6. bis 13. 7. 1878 unter dem Vorsitz Bismarcks. Der Berliner Kongress war zur Revidierung des von den Russen den Türken abgezwungenen Friedens von San Stefano einberufen worden; er endete mit dem Berliner Frieden. Russland verzichtete auf die Gründung eines Großbulgarischen Reichs und auf die Einverleibung fast aller besetzten Gebiete; Rumänien, Serbien und Montenegro wurden unabhängige Staaten; Österreich erhielt die Verwaltung über Bosnien und die Herzegowina.

1878: Sozialistengesetz: am 21. 10. 1878 im Deutschen Reich erlassenes, 1890 abgelaufenes Gesetz; ein Versuch der Reichsregierung unter Bismarck, die deutsche Sozialdemokratie auszuschalten. Sozialistische Vereine, Versammlungen und Druckschriften konnten polizeilich verboten werden, wenn „die sittlichen, religiösen und politischen Grundlagen von Staat und Gesellschaft untergraben” würden.

1882: Dreibund: Geheimes Verteidigungsbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien 1882 in Erweiterung des deutsch-österreichischen Zweibunds (1879), indirekt 1883 erweitert durch ein Bündnis zwischen Österreich, Deutschland und Rumänien, zuletzt 1912 erneuert. Italiens Stellung im Dreibund änderte sich mit den wachsenden deutsch-englischen Spannungen, dem Entstehen des französisch-russischen Bündnisses 1894, der englisch-französischen Entente 1904 und der allmählichen englisch-russischen Annäherung. 1915 verließ Italien den Dreibund.

1884: Deutsche Kolonialerwerbungen: Deutsche Kolonien,   vom Deutschen Reich seit 1884 erworbene Überseebesitzungen, auf Grund des Versailler Vertrages als Mandatsgebiete dem Völkerbund, nach dem 2. Weltkrieg der UNO unterstellt, inzwischen unabhängig, umfassten 1914 2 952 600 km2 mit 13,7 Mio. Einwohnern; in Afrika Kamerun, Togo, Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, in China Kiautschou (Jiaozhou), in Ozeanien Kaiser-Wilhelm-Land (Neuguinea), Bismarckarchipel, Nauru, Nördliche Salomonen, Karolinen, Marianen, Marshallinseln, Palauinseln, Samoa.

1887: Rückversicherungsvertrag mit Russland: Rückversicherungsvertrag, von Bismarck mit Russland auf 3 Jahre geschlossener Geheimvertrag vom 18. 6. 1887, der beide Mächte gegenseitig auf drei Jahre zu wohl wollender Neutralität im Kriegsfall verpflichtete. Ein Angriffskrieg Deutschlands gegen Frankreich und einer Russlands gegen Österreich waren ausgenommen. In einem geheimen Zusatzprotokoll wurden die russischen Interessen an Konstantinopel und den Meerengen sowie in Bulgarien von Deutschland anerkannt. Der Inhalt des Vertrags war nur schwer mit dem des Mittelmeerdreibunds (England-Österreich-Italien unter deutscher Patronanz gegen Russland) sowie dem des deutsch-österreichischen Zweibunds in Einklang zu bringen (daher Rückversicherung) und wurde daher von Bismarcks Nachfolger Caprivi nicht erneuert. Sein Wortlaut wurde erst 1919 bekannt

Friedrich III.: 1888

Wilhelm II.: 1888 – 1818

20.März 1890: Entlassung Bismarcks und Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrages.

1891: Russisch-französische Entente.

1897: Deutschfeindliche Sprachverordnung Badenis für Böhmen Badeni, Kasimir Felix Graf, österreichischer Staatsmann, * 14. 10. 1846 Suchorów, Galizien, † 9. 7. 1909 Krasne, Galizien; 1895-1897 Ministerpräsident und Innenminister; durch seine Verordnung von 1897 sollte Tschechisch neben Deutsch zweite Amtssprache in Böhmen und Mähren werden, was schwere Nationalitätenkämpfe auslöste und zum Sturz Badenis führte.

1898:Beginn des Ausbaus der deutschen Flotte.

1899 – 1901 :Deutsch-englische Ausgleichsversuche.

1904: Englisch-französische Entente.

Marokkokrisen 1905/06 und1911/12 Nach zwei Marokko-Krisen   (1905 und 1911) musste Deutschland 1912 das französische Protektorat über Marokko anerkennen.

1907: Vollendung der Einkreisung Deutschlands durch das englisch-russische Abkommen.

1912: Ein Drittel des deutschen Volkes wählt marxistisch;

1.August 1914: Kriegserklärung.

10. Sept. 1914: „Marnedrama“: Marneschlacht,   im 1. Weltkrieg die Angriffsschlacht der deutschen Westfront (5 Armeen) gegen 5 französische Armeen und die Engländer, vom 5. bis 12. 9. 1914. Unter dem Eindruck örtlicher Misserfolge bei der Armee (K. von Bülow) erließ der Chef des Generalstabs Helmuth von Moltke der Jüngere am 9. 9. den Rückzugsbefehl für die gesamte Front („Wunder an der Marne”). Marneschlacht nennt man auch den Übergang der deutschen 7. Armee über die Marne 15.-17. 7. 1918.

20. Juli 1917 : Erzbergers Friedensresolution im Reichstag:

Erzberger,   Matthias, Politiker, * 20. 9. 1875 Buttenhausen, Württemberg, † 26. 8. 1921 auf dem Kniebis bei Griesbach, Baden (ermordet); seit 1903 MdR, als Führer des linken Zentrums Gegner der deutschen Kolonialpolitik und im 1. Weltkrieg der deutschen Kriegspolitik, Urheber der Juliresolution von 1917, unterzeichnete 1918   als Staatssekretär den Waffenstillstand von Compiègne und trat für die Unterzeichnung des Versailler Vertrags ein; 1919/20 Reichsfinanzminister.

Novemberrevolution 9. Nov. 1918