Eine neue Welt

 

Das erste, was auffällt in dieser Formungszeit des griechischen Menschen, ist eine grundlegende Veränderung der Siedlungsstrukturen. Man lebte kleinräumig in jenen Tagen, sowohl in den Pflanzstädten wie auf dem griechischen Festland. Selbst Athen, das die Wirren der Dorischen Wanderung einigermaßen unbeschadet überstanden hatte und nun die bedeutendste Siedlung Griechlands wurde, bestand nur aus ein paar verstreuten Dörfern rund um die Oberstadt (Akropolis), die selbst nicht mehr bewohnt war, und nach Norden und Süden hin erstreckten sich kleine Weiler und Einzelgehöfte. Dünn besiedelt blieb auch Lakonien; in Messenien schwankte die Bevölkerungsgröße, bleibt aber ebenfalls verschwindend gering; ein ähnliches Bild liefert die Argolis, einst Sitz der mächtigsten Zentren Mykene und Tyrins. Hier geht man davon aus, dass ein Großteil der Einwohner ausgewandert ist.
Die Qualität der Keramik erleidet einen drastischen Niedergang: Wie man porzellandünne Gefäße auf einer Töpferscheibe formt, gerät in Vergessenheit. Die arbeitsteilige Landwirtschaft entwickelt sich zu autarken Einheiten zurück, während die Viehzucht weitgehend durch die Jagd ersetzt wird (Subsistenzwirtschaft). Gleichzeitig schrumpft der Fernhandel. Da sich die Schriftkunde auf die mykenische Palastwirtschaft beschränkt hatte, verschwindet mit dieser auch die Kenntnis der Linear-B-Schrift; erst ab 800 wird über den Kulturaustausch mit den Phöniziern ein neues Schriftsystem eingeführt werden: die ersten Formen des griechischen Alphabets.