Ein Wikinger mit Gewand und Waffe

Ihr Erfolg war eng mit ihrer Kleidung und dem Schuhwerk verknüpft.

Ausgehend von der allgemeinüblichen Sichtweise, dass die Zeit der Wikinger eine sehr knappe Zeitperiode umfasst, will ich mich hier im Zeitrahmen ab dem 6. Jhd bist zum 9. Jhd bewegen. Sicherlich mag das der ein oder andere ein wenig anders sehen, aber irgendwo muss ein Anfang und Ende gemacht werden. Es wird gerne das Wort Wikinger Kostüm benutzt, hier benutzte ich aber lieber die gemeinübliche Bezeichnung Wikinger Kleidung.

Zum 6. Jhd zählt die Zeit der Wikinger. Nach den Umbrüchen der großen Völkerbewegungen und dem Zerbrechen des Römischen Reiches folgten viele Wikinger den Ruf nach Abenteuer und Reichtum. Mangels wirklich militärischer Feinde „das Ende der Ära Rom“ breiteten sich der Typ des Abenteuerlustigen und in der Heimat nicht wirklich erfolgreichen Wikingers, im gesamten Europäischen bis hin zum Nahen Osten gebieten aus. Die Wikinger Kleidung war derweilen vielen Änderungen unterworfen. Man war praktisch und passte sich dem örtlichen Klima an. Doch die Hauptkleidung des Wikingers, die Tunika und auch die Wikingerhose, wurde teilweise angepasst. Die weite Kleidung war wichtig im Kampf. Rüstzeug konnte auch behindern und auf langen Reisen eher hinderlich sein. Und Schnelligkeit konnte das Überleben sichern.

Der Wikinger musste trotz seines Geschickes im Umgang mit dem Boote, viele Wege auch zu Fuß machen. Dazu brauchte es festes Schuhwerk. Der Wikingerschuh zeichnete sich durch eine feste Sohle und einen hohen Schaft aus. Hier ein Beispiel aus einem Mittelaltershop.
Weil gerade das Europäische mittlere Festland noch sehr dünn besiedelt war, war die Urbarmachung noch nicht weit vorangeschritten. Die alten römischen Straßen waren teilweise zerfallen und überwuchert. Die gut erhaltenen Straßen waren von Wegelageren belagert und einige Clans hatten ihren Wert erkannt und nahmen sehr gern „freiwillig wie auch unfreiwillig“ Wegezoll.

Der Wikinger ging nun Umwege, um sich einen Teil der lästigen Wegelagerei zu entledigen. Denn Gefahren gibt auf langen Wanderungen mehr als genug. Auch bevorzugten die Wikinger, Wege, die nahe am Wasser lagen. Schon allein aus praktischen Gründen, denn wo Wasser fließt, ist hauptsächlich die Umgebung flach und leichter zu begehen. Auch lagen große Orte oder wichtige Handelsplätze immer nahe der Wasserwege. Der Handel konnte deswegen besser florieren. Und Warenaustauch leichter gehandhabt werden.

Entgegen der landläufigen Meinung waren die Wikinger nicht nur die raublustigen und mordgierigen Gesellen, als deren die Geschichtsschreibung sie gerne darstellte. Sie waren auch erfahrene Kaufleute, die den Mut hatten, lange Strecken zurückzulegen, um begehrte Waren quer durch den Kontinent zu transportieren. So ergaben sich teilweise Gewinne im vierstelligen Prozentbereich. Das Prinzip Angebot und Nachfrage war schon dem Wikinger bekannt. Um sich besser gegenüber anderen Handelsgemeinschaften durchzusetzen, gründetetn die Wikinger viele Niederlassungen. Die bekannteste Deutsche ist wohl Hamaborg (Hamburg).

Die erfolgreiche Zeit des uneingeschränkten Handels fand aber zum ausgehenden 9. Jhd, ihr Ende. Andere Stämme und Reiche stutzten mit militärischen Mitteln, die unangenehme Konkurrenz des Handels Konkurrenten Wikinger, auf ein für sie annehmbares Maß zurecht. Somit endete der Siegeszug des Wikingers aber es war beileibe nicht das Ende der Wikinger. Der englische Boden wurde nun Ziel des Eroberungswillen der Wikinger.