Die Französische Revolution

 

Das absolutistische Frankreich erlebte mehrere Krisen in den Jahren vor der Revolution, so führt die hohe Staatsverschuldung durch langwierige Kriege dazu, dass der Staat in finanzielle Bedrängnis geriet. Die gesamte Steuerlast trug der 3. Stand, Adel und Klerus hatten keine Steuern zu zahlen. Im Jahr 1788 folgte eine schwere Missernte und der darauf folgende strenge Winter trieb den Brot und Heizpreis nach oben. Das Ancien Régime funktioniert aus personellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ursachen nicht mehr. Das Bürgertum forderte eine weitgehende Umgestaltung des gesellschaftlich-politischen Lebens: Befreiung der Bürger aus der Bevormundung des Staates (s. Aufklärung), unbeschränkte Aktivität von Kapital und Arbeit in freiem Wettbewerb, die Einführung der Gewerbefreiheit, Abschaffung aller Dienste und Abgaben für die Gutsherren und freies Eigentum. Vorbild für eine Umgestaltung des Staates war in Frankreich zu dieser Zeit die amerikanische Revolution.

Doch die Herrschenden in Frankreich wollten einen Umsturz der Verhältnisse vermeiden, dies hätten einen Einschnitt in ihre Privilegien bedeutet – Die Notablen (vom König ausgewählte angesehene Persönlichkeiten) schlugen die Einberufung der Generalstände vor, so erhofften sie sich einen Zuwachs an Macht der ersten beiden Stände gegenüber dem König, der das Ende für das absolutistische System bedeutet hätte. In der Versammlung hatte jeder Stand 300 Vertreter, wobei en bloc abgestimmt wurde, d.h. jeder Stand hatte nur 1 Stimme – was zu einer Mehrheit des 1. + 2. Standes geführt hätte. Anfang Mai berief der König die Generalstände ein, doch er verdoppelte die Anzahl der Vertreter des 3. Standes.

Als die Versammlung am 5. Mai 1789 von König Ludwig XVI eröffnet wurde, forderte der 3. Stand gleich zu Beginn mehr politische Mitbestimmung und dass die Verhandlungen nach Ständen getrennt wurden – als diese Verhandlungen sich über Wochen hinzogen, erklärte sich der 3. Stand zur Nationalversammlung, der „einzig rechtmäßigen Vertretung aller Franzosen“. Da der Sitzungssaal angeblich wegen Bauarbeiten geschlossen war, tagte die Nationalversammlung im Ballhaus. Dort schwor man feierlich nicht auseinander zu gehen, bevor Frankreich eine Verfassung hätte. Wenige Tage später fügte sich der König dieser Entwicklung und erklärte die Generalstände zur Nationalversammlung.

Der König lies Truppen, noch während die Nationalversammlung tagte, in Versailles und Paris zusammenziehen, denn er fürchtete um seine Herrschaft, da die Lage in Paris durch hohe Arbeitslosigkeit und gestiegener Brotpreise noch explosiver war. Als die Truppen zu sehen war, verbreitete sich das Gerücht, der König bereite einen Gewaltstreich gegen die Nationalversammlung vor. Daraufhin stürmte am 14. Juli 1789 eine Menschenmenge die Bastille, die Französische Revolution hatte begonnen. Diese „Revolution des Bürgertums“ breitete sich über das Land aus, die Bauern erhoben sich gegen Adel und Klerus. Diese beschlossen am 4. und 5. August freiwillig auf ihre Vorrechte zu verzichten um schlimmeres zu vermeiden. Am 26. August wurde die „Erklärung der Menschen und Bürgerrechte“ verkündet, am 3. September 1791 wurde Frankreich zur konstitutionellen Monarchie erklärt. In dieser neuen Verfassung lag die Legislative bei der Nationalversammlung, die Exekutive beim König und seinen Ministern und die Judikative bei Richtern.

In dieser Zeit hatten sich im revolutionären Frankreich verschiedene politische Strömungen gebildet. Am einflussreichsten waren die Jakobiner, die für die Rechte der Kleinbürger und der städtischen Unterschicht eintraten. Die Girondisten vertraten die Interessen des Besitzbürgertums. Die 3. politische Kraft waren die Sansculotten, diese rekrutierten ihre Mitglieder aus politisch aktiven Handwerkern, Kleinhändlern und Arbeitern.
Am 20. April 1792 erklärte die „Gesetzgebende Versammlung“ Österreich den Krieg. Die Abgeordneten hatten vor einer Gegenrevolution, der ins Ausland geflohenen Adligen, Angst. Diese Gerüchte wurden durch einen gescheiterten Versuch von König Ludwig XIV ins Ausland zu fliehen genährt.

Nach Neuwahlen wurde der Nationalkonvent im September gewählt. Auf seiner ersten Sitzung am 21. September schaffte er die Monarchie ab und verurteilte Ludwig XIV zum Tode durch die Guillotine, er wurde am 21. Januar 1793 hingerichtet. Als der Nationalkonvent am 17. September 1793 das „Gesetz über die Verdächtigen“ erlässt, beginnt die Zeit des Schreckens.

Der Nationalkonvent übertrug die Regierungsgewalt dem Wohlfahrtsausschuss, dessen Vorsitzende Danton und Robespierre waren. Durch die Einführung der Wehrpflicht und der Bildung eines Volksheeres konnten die feindlichen Truppen erfolgreich besiegt werden. Innenpolitisch wurde das Revolutionstribunal gegen innere Feinde gebildet. Die Liste potenziell Verdächtiger wurde immer größer. Insgesamt wurden 100.000 – 300.000 Menschen verhaftet, 35.000 – 40.000 wurden hingerichtet. Dieser Terror gegen die eigene Bevölkerung führte zu steigenden Hass gegen die Jakobiner, deren Schreckensherrschaft mit der Hinrichtung Robespierres am 28. Juli 1794 endete.
Als General Napoleon Bonaparte 1799 erster Konsul von Frankreich wurde, brach das Napoleonische Zeitalter an, die Französische Revolution war beendet, Frankreich legte damit den Grundstein für ihre jetzige Demokratie.