yuri Wie die Sammlung russischer Erde begann: Am Anfang der Geschichte des Großfürstentums Moskau stand Großfürst Juri Dolgoruki von Kiew und Susdal aus dem altehrwürdigen Geschlecht der Rurikiden, die das Kiewer Reich von Anfang an beherrscht hatten. 1156 gründete er ganz am Rande seines Herrschaftsgebietes die Stadt Moskau als Grenzsicherung. Eine kleine hölzerne Festung, ein paar Häuser – das war´s. Als 1263, etwas mehr als hundert Jahre nach Gründung von Moskau also, der Kiewer Großfürst Alexander Newski starb, erbte dessen jüngster Sohn das mittlerweile entstandene Fürstentum Moskau. Als Jüngster bekam Daniel auch das unbedeutendste Teilfürstentum unter den vier Söhnen Alexander Newskis… Das gesamte Fürstentum war damals kleiner als das Gebiet der heutigen Hauptstadt, und Moskau war darin die einzige Stadt! Aber 1302, nach vierzig Jahren Herrschaft in Moskau, starb der Sohn von Daniels Bruder Dimitri I. von Pereslawl-Salesski, und damit erbte Daniel dieses Fürstentum – die erste Sammlung russischer Erde. Moskau hatte mit diesem Erwerb endlich eine sichere Basis, was das Fürstentum zum weiteren Aufstieg nutzte. Allerdings erst unter Daniels Söhnen, denn ein Jahr nach der Erbschaft starb auch Daniel (er ist im Moskauer Danilow-Kloster begraben, heute Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche). Gegen das vorherrschende Großfürstentum Wladimir hatte Daniels ältester Sohn, Fürst Juri I. von Moskau, allerdings allein noch keine Chance, daher suchte (und fand) er die Unterstützung der Mongolen, die immer scharf drauf waren, in den russischen Streitigkeiten mitmischen zu dürfen. Juri I. wurde dann auch Großfürst von Wladimir und damit mächtigster russischer Fürst – ein steiler Aufstieg, der allerdings (noch) nicht von langer Dauer sein sollte. Zwar verlegte nach seinem gewaltsamen Tod 1325 sein Bruder Iwan Kalita den Sitz des Metropoliten von Wladimir nach Moskau und sorgte so 1326 dafür, dass die vorherrschende Rolle Moskaus für ganz Russland (damals noch „Rus“-Land) festgelegt wurde. Als Dank für die Hilfe Iwan Kalitas bei der Niederschlagung eines antimongolischen Aufstandes im Fürstentum Twer (die Stadt liegt nur ca. 170km nordwestlich von Moskau, seit 1247 gab es das Fürstentum Twer erst; zwischen 1931 und 1990 hieß die Stadt Kalinin) ernannte der Khan der Goldenen Horde Iwan Kalita 1328 zum Großfürsten von Wladimir. Als Iwan Kalitas Enkel Dimitri Donskoi 1359 noch minderjährig auf den Moskauer Thron kam, versuchte der Fürst von Susdal (laut Wikipedia eine der ältesten Städte Russlands, etwa 220 km nordöstlich von Moskau und 31km nördlich von Wladimir gelegen; die Fürsten von Susdal waren bis zum Mongolensturm 1238 immer auch Großfürsten von Wladimir, das 1108 von einem Fürsten von Susdal gegründet worden war) die Gunst der Stunde zu nutzen und ließ sich von den Mongolen als Großfürst von Wladimir einsetzen. Doch der Moskauer Metropolit hielt zu Dimitri Donskoi (wohl nicht ganz uneigennützig) und schaffte es nach zwei Jahren, dass der Moskauer Früst auch wieder Großfürst von Wladimir wurde. Dimitri Donskoi (der Beiname bedeutet „der vom Don“) herrschte von 1359 bis 1389. In diesen Jahren führte er viele Kriege, vor allem gegen den Fürsten von Twer, der zusammen mit den Litauern zweimal bis vor die Mauern des Moskauer Kreml kam (den Dimitri 1367/68 zu einer Steinfestung hatte ausbauen lassen), ein drittes Mal kamen sie nicht ganz bis Moskau. Auch der zweite traditionelle Rivale von Moskau, das Fürstentum Rjasan, wurde von Dimitri erobert und anschließend sogar gegen die Mongolen gehalten. Aus diesem Anlass errang Dimitri Donskoi den ersten Sieg von Russen über die Mongolen – 1378 und 1380 sollten weitere folgen. Aber die Mongolen schlugen zurück: Sie konnten Dimitri zwar nicht in offener Feldschlacht besiegen, der den überlegenen Mongolen auswich, aber sie eroberten und plünderten Moskau und andere wichtige Städte des Großfürstentums, bevor sie sich zurückzogen. In den letzten Regierungsjahren Dimitris ließen ihn die Mongolen in Ruhe und Dimitri nutzte die Zeit, um das Fürstentum wieder aufzubauen. Durch seine Eroberungen und die Siege über die Mongolen hatte sich Dimitri als mächtigster aller russischen Fürsten etabliert; seit seiner Regierung war der Großfürstentitel erblich an das Fürstentum Moskau gebunden, das damit auch der zentrale Staat der russischen Fürstentümer wurde und die Konkurrenten nach und nach überrundete und sich einverleibte. Kein Wunder, dass sich schon bald nach dem Tod Dimitri Donskois Legenden um seine Person bildeten. Ein zaristischer Panzerkreuzer und ein sowjetisches U-Boot – das erste der Typhoon-Klasse – wurden nach Donskoi benannt.