Glyptodon old drawing - PleistozaenDer Großteil der großen Landtiere, und zwar ganz egal ob es sich um Säugetiere, Vögel oder Reptilien handelte, Hauptsache, die Tiere waren schwerer als 45 Kilogramm („Megafauna“), verschwand in Australien und Nordamerika über einen Zeitraum von einigen tausend Jahren, meistens relativ kurz nachdem Menschen den Kontinent erreicht hatten. Es ist naheliegend, Ankunft, Ausbreitung und Wanderung der Menschen für dieses Aussterben verantwortlich zu machen, aber auch Klimaumschwünge kommen als Verursacher in Frage.

Schon 2001 haben im Magazin Science (S.1888f.) Wissenschaftler um den Australier Richard Roberts versucht, dem Rätsel auf den Grund zu gehen, zumindest was die australische Megafauna und ihr Aussterben betrifft. Sie datierten Funde von Megafauna-Knochen und schätzten den Zeitpunkt des Aussterbens ab. Sie kamen auf etwa 46.400 Jahre vor heute. 10.000 Jahre zuvor waren Menschen in Australien angekommen, es waren aber noch 23.000 Jahre bis zum Höhepunkt des letzten Vereisungshöhepunkts. Nachdem sich also das Klima erst deutlich nach dem Aussterbeereignis verschlechterte – auch in Australien – die ersten Menschen aber vor dem Aussterbeereignis eintrafen, liegt die Vermutung nahe, dass eben diese Menschen für das Verschwinden der australischen Megafauna verantwortlich waren.

Neuere Untersuchungen legen nahe, dass dies nicht nur durch Jagd geschah, sondern auch dadurch, dass die Menschen durch Abbrennen der Vegetation den Lebensraum der Großtiere veränderten. Dadurch wurden zuerst die Pflanzenfresser dezimiert und in Folge davon fanden die ohnehin wenigen Großraubtiere nicht mehr genügend Nahrung und starben ebenfalls aus.

http://www.sciencemag.org/content/292/5523/1888.short#aff-1

 

Auch das schnelle Aussterben von 30 großen Pflanzenfressern unter den Säugern Nordamerikas am Ende des Pleistozän vor 12-13.000 Jahren wurde sowohl dem Klimawandel wie auch der Bejagung durch Menschen zugeschrieben. Eine Computersimulation (Science Vol.292, 2001), der einfache Annahmen über Verteilung und Lebensweise von Menschen und der Beutearten zu Grunde gelegt wurden, ergab, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass dieses Massenaussterben von Menschen verursacht wurde.

In der Simulation wurden Bevölkerungsdynamik, Ökologie, Erhaltungsbedingungen von Fossilien und anthropologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Sie zeigt, dass Menschen auch bei geringer Bevölkerungsdichte fähig sind, den Kollaps ihres Beutespektrums herbeizuführen.

http://www.nceas.ucsb.edu/~alroy/pdfs/2001-Science-292-1893.pdf