Es wurde auf eine objektive neutrale Darstellung der Grundideen und -theorien des Kommunismus – Marxismus geachtet. Eine Kritik zur Gesellschaftstheorie des Kommunismus – Marxismus finden Sie hier.

1 Inhaltsverzeichnis

2 Der Kommunismus – Marxismus

2.1 Hinführung

2.2 Begriffsdefinitionen

2.3 Historische Grundlage des Marxismus

2.4 Gesellschaftstheorie von Karl Marx


2.5 Der Kommunismus in seiner praktischen Umsetzung


Eine Militärparade der Sowjetunion

 

2 Der Kommunismus – Marxismus

2.1 Hinführung

Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem Marxismus, der den Begriff Kommunismus in unserer heutigen Sichtweise prägte und formte.

Nach dem Mauerfall und der Öffnung der innerdeutschen Grenze am 09. November 1989 konnte nicht nur die deutsche Bevölkerung feiern. Der Kalte Krieg, der wie ein Damoklesschwert über jeder politischen Entscheidung schwebte, war vorüber. Die größte Bedrohung der Menschheit hatte einen glücklichen Ausgang gefunden. Nach dem II. Weltkrieg bauten sich die Spannungen zwischen dem kapitalistischen Westen unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem kommunistischen Osten immer weiter auf. Die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) war neben den Vereinigten Staaten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einer Weltmacht aufgestiegen und hatte sein Einflussgebiet immer weiter ausgebaut. Staaten wie die Deutsche Demokratische Republik wurden als Satellitenstaaten installiert. Der gesamte osteuropäische Raum war unter sowjetischer Kontrolle und ein so genannter Eiserner Vorhang teilte den Europäischen Kontinent.

Der Kalte Krieg war vor allem ein Konflikt der politischen Ideen und Ideologien – der freie Markt, der Liberalismus und die Individualität des Menschen gegen die Planwirtschaft, die Kollektivierung und die klassenlose Gesellschaft.

2.2 Begriffsdefinitionen

Kommunismus: Im weiteren Sinne umfasst der Begriff K. alle politischen Zielvorstellungen und Gesellschaftsmodelle, mit denen die Verwirklichung gesellschaftlicher Gleichheit ohne privates Eigentum propagiert oder zu praktizieren versucht wird.[3]

Diktatur des Proletariats: Bei Marx Übergangsperiode zwischen Revolution und klassenloser Gesellschaft.[4]

Kapitalismus: Wirtschats- und Gesellschaftssystem, bei dem die Produktionsmittel in Privatbesitz sind; die Preise werden […] durch Angebot und Nachfrage geregelt[5]

Marxismus-Leninismus: Seit Stalin die offzielle Bezeichnung für den Sowjetkommunismus. […][6]

2.3 Historische Grundlage des Marxismus

Die Struktur der Wirtschaft änderte sich im 19. Jahrhundert grundlegend. Die Mehrheit der Menschen war in der Landwirtschaft oder im Handwerk tätig. Arbeit wurde durch menschliche Kraftanstrengung verrichtet. Der gesamte Arbeitsalltag richtete sich stark am Tageslicht aus – gearbeitet wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Die Menschen befanden sich in Leibeigenschaft oder waren in Zünften organisiert. Dadurch war der „einfache Mann“ stark an seine Heimat gebunden.

Im Lauf des 19. Jahrhunderts änderte sich diese wirtschaftliche Struktur durch verschiedene und vielfältige Indikatoren.

Durch verschiedene Erfindungen, beispielsweise der Dampfmaschine durch James Watt 1769, war der Ausbau der Industrie möglich. Eingeteilt in die Drei-Sektoren-Hypothese wird dieser Wirtschaftszweig als sekundärer Sektor bezeichnet, die Landwirtschaft als primärer Sektor. Medizinische Fortschritte, vor allem im Bereich der Hygiene, führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. Die einst hohe Sterberate nahm ab, so konnte beispielsweise die einst hohe Sterblichkeit bei Säuglingen und Kindern durch die oben ausgeführten Verbesserungen in der medizinischen Versorgung gesenkt werden. Im Umkehrschluss wurden aber nicht weniger Kinder geboren, die Geburtenzahl stieg an. Dies ist vor allem auf die bessere Nahrungsmittelversorgung, die Ausweitung der Anbauflächen und der besseren Bewirtschaftungstechnik zurück zu führen. Das Steigen der Geburtenrate bei niedriger Sterberate führte zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion. Die Bauernbefreiung und die Gewerbefreiheit (der so genannte Zunftzwang wurde aufgehoben) waren prägende politische Umwälzungen. All diese verschiedenen Entwicklungen führten zum Ausbau des sekundären Sektors. Durch bessere Transportmöglichkeiten (Eisenbahn beziehungsweise Dampfschiff) konnte die Mobilität der Menschen gesteigert und der Güterverkehr ausgebaut werden. In den vielfach entstehenden Manufakturen und Fabriken wurde durch die Arbeitsteilung eine sehr hohe Güterproduktion erreicht. Für die Menschen selbst war bereits die Trennung von Arbeitsplatz und Wohnung eine große Veränderung. Hervorgerufen durch die stark wachsende Bevölkerung standen den Unternehmen viele Arbeiter zur Verfügung. Diese wurden in der Folge stark ausgebeutet, wodurch es zu einer Verelendung der Arbeiterklasse kam. Die Arbeitsbedingungen waren unmenschlich – die Menschen mussten sehr lange arbeiten (Die Arbeitszeit betrug im Jahr 1864 69 Stunden[7]) und hatten kaum Belüftung sowie wenig, beziehungsweise kaum, Tageslicht. Gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen wurden durch fehlende Unfallschutzmaßnahmen und Sicherheitsvorschriften hervorgerufen. Die Arbeiter hatten keinerlei Rechte – sie mussten niedrige Löhne hinnehmen, verbunden mit der Angst jederzeit entlassen werden zu können. Die Lebenserhaltungskosten nahmen jedoch von Jahr zu Jahr zu: Ab dem Jahr 1846 lagen die Lebenserhaltungskosten sogar über dem durchschnittlichen Bruttolohn der deutschen Arbeiter (Lohn 65 Taler zu Lebenserhaltungskosten 68 Taler).[8] Dramatisch war auch die Ausbeutung der Kinder und Frauen. Kinder waren vor allem in Bergwerken durch ihre geringe Größe für die harte und gesundheitsschädliche Arbeit sehr gut geeignet. Frauen mussten ebenso wie die Männer harte Arbeit verrichten, sich jedoch auch noch um die Familie und den Haushalt kümmern. Diese Doppelbelastung war eine enorme Bürde. Als Folge dieser Ausbeutung der arbeitenden Klasse trat eine wachsende Verelend- und Verarmung der Menschen auf. Dies wird auch als Pauperismus (zu lateinisch pauper „arm“[9]). Bezeichnet. Das enorme Wachstum der Städte in Folge des Stroms an neuen Arbeitern wird als Urbanisierung (Verstädterung) bezeichnet. Im Impressionismus wird das Leben in der kalten, abweißenden Stadt beschrieben, wobei diese als feindlich und unmenschlich dargestellt wird.

Die zu dieser Zeit auftretenden starken sozialen Umwälzungen werden als Industrialisierung, die massiven sozialen Schieflagen in der Industrie als Manchesterkapitalismus bezeichnet, da Großbritannien Ausgangsort der industriellen Revolution war[10]

2.4 Gesellschaftstheorie von Karl Marx

Der Kapitalismuskritiker Karl Marx
Karl Marx griff diese sozialen Missstände auf und leitete seine gesellschaftskritische Theorie ab, die vor allem durch den Grundgedanken der Klassenkämpfe, geprägt ist. Bereits in der Antike standen sich Sklaven und Freie, Plebejer (das einfache Volk in der römischen Gesellschaft[11]) und Patrizier sowie Leibeigene und Barone gegenüber.[12] Entsprechend verhält es sich bei den Arbeitern (Proletarier als Unterdrückte) und Arbeitgebern (Unterdrücker). Marx analysierte den Kapitalismus unter wissenschaftlichen Vorgaben, entsprechend ist seine Kritik an der politischen Ökonomie als wissenschaftliche Ausarbeitung zu betrachten. Erschienen ist dieses Werk unter dem Titel „Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie“[13].

Am Anfang seiner Ausarbeitung zur politischen Ökonomie definiert Marx den Begriff Kapital und wann Geld zu Kapital würde. Bereits in vorkapitalistischen Zeiten gab es den einfachen Tauschhandel. Ware wird für Geld getauscht um damit eine andere Ware zu kaufen. Marx stellt dazu die simple Gleichung W=G=W auf (Ware wird zu Geld, das wiederum zu Ware wird (siehe oben)). Diese Zirkulation wird jedoch im Kapitalismus außer Kraft gesetzt. Es wird gekauft um zu verkaufen – der Tauschwert wird also zum Selbstzweck (im heutigen Sinne ist darunter Profitstreben zu verstehen). Im Kapitalismus gelte entsprechend die Gleichung G=W=G, was bedeute, dass Geld zu Ware getauscht wird um daraus wiederum Geld zu erlangen. Dieser Vorgang der Zirkulation würde Geld in Kapital verwandeln, wenn das Geld zusätzlich durch den unten beschriebenen Mehrwert seinen Wert ändert.[14] Geld bestehe also aus der „ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement“[15], wobei das Inkrement als „Mehrwert (surplus value)“ zu verstehen ist. Aufbauend auf diese Definition des Geldes leitet Marx seine Kritik am Kapitalismus ein:

Im Kapitalismus werde die lebendige Arbeit zur Ware – hier spiegelt sich, laut Marx, auch das Hauptproblem des Kapitalismus wieder. Im freien Markt müssen die Unternehmen gegen die Konkurrenz bestehen. Dies kann nur erreicht werden, wenn möglichst billig produziert wird, was sich wiederum auf den Lohn des Arbeitnehmers, der seine Arbeitskraft als Ware anbietet, auswirkt. Neben der Konkurrenz hat das Profitstreben (also der Gewinn) einen großen Einfluss auf die Ausbeutung des Arbeiters. So sei die „Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol […] also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf der Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.“[16] Dies bedeutet zusammengefasst, dass Reichtum der einen Seite (also der Arbeitgeber) das Elend der anderen Seite (der Arbeitnehmer) hervorruft.

Als Resultat aus diesem sozialen Ungleichgewicht müsse das Proletariat („[…] Klasse der Arbeiter, die vom Besitz an Produktionsmitteln ausgeschlossen sind“[17]) den Kampf gegen die Kapitalisten wagen. Dieser Klassenkampf wird im Manifest der kommunistischen Partei durch den Ausruf „[…] Die Proletarier haben nichts […] in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen / Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“[18] propagiert. Der Kampf der Arbeiterbewegung gegen den Kapitalismus ist die Vorstufe des Kommunismus und wird als Diktatur des Proletariats beziehungsweise Sozialismus bezeichnet.

Durch den Sieg der Arbeiterbewegung über den Kapitalismus könne das Ziel erreicht werden, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben wird, woraus nur die kommunistische Gesellschaft entstehen könne.[19] Doch welche Gestalt würde diese klassenlose, kommunistische Gesellschaft aufweißen? Marx äußert sich zu diesen grundsätzlichen Fragen kaum. Hier kann vor allem Friedrich Engels angeführt werden, der die Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft sehr genau formuliert hat: „Der Staat wird nicht abgeschafft, er stirbt ab.“[20] Laut kommunistischer Überzeugung würde der Staat überflüssig, da keine Gesellschaftsklasse mehr unterdrückt werden müsste und insofern alle Konflikte zwischen den Klassen wegfallen würden. Die Überführung von Privat- in Gemeineigentum (bezeichnet als „Besitzergreifung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft“[21]) wäre der letzte Vorgang den der Staat ausführen müsste, bevor er vollständig überflüssig werden würde.

2.5 Der Kommunismus in seiner praktischen Umsetzung

Karl Marx hat in seiner Kritik der politischen Ökonomie ausführlich die Diktatur des Proletariats beschrieben, die als Übergangsphase den Kommunismus einleiten würde. Eine genauere Beschreibung dieser Kommunistischen Gesellschaft hat Marx jedoch ausgespart (siehe auch: Gesellschaftstheorie von Karl Marx). Weltweit gab und gibt es sehr viele Anhänger der Grundidee des Kommunismus: Abschaffung des Privateigentums und einer klassenlose Gesellschaft wobei das gesellschaftliche Sozialprodukt (die „Summe aller wirtschaftlichen Leistungen einer Volkswirtschaft“[22]) jedem Menschen zugänglich ist. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass viele Länder den Kommunismus umsetzen wollten. Jedoch kann man von diesen Ländern nicht als kommunistische Länder sprechen, da in keinem dieser Länder der kommunistische Endzustand jemals erreicht wurde. Die Bezeichnung des „real existierenden Sozialismus“ ist dagegen sehr gebräuchlich. Der Realsozialismus war vor allem die Bezeichnung für die gesellschaftliche Ordnung in den Ostblockstaaten nach dem 2. Weltkrieg[23]. Noch heute gibt es Länder, die sich an der Marxistisch-Leninistischen Ideologie orientieren. Bekannt ist vor allem die Volksrepublik China, wobei deren „Staatskommunismus“ sehr viele marktwirtschaftliche Elemente umfasst. Durch diese Öffnung hin zu kapitalistischen Ländern, ist China zu einer mächtigen Wirtschaftsnation aufgestiegen. Andere Länder, die sich auf den Marxismus und Leninismus berufen, sind Kuba (unter Fidel Castro), Nordkorea (unter dem Diktator Kim Yong-Il), Laos und Vietnam[24].

In der Hinführung wurde bereits die äußerst wichtige Rolle der Sowjetunion im 20. Jahrhundert, insbesondere nach dem 2. Weltkrieg, hervorgehoben. Im Folgenden wird die Entwicklung des einst rückständigen Zarenreichs zur mächtigen Sowjetunion dargestellt und die kommunistischen und sozialistischen Elemente dargestellt:
Der russische Revolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow
Russland war ein Zarenreich mit einer feststehenden gesellschaftlichen Ordnung. Arme, mittellose Kleinbauern machten den größten Teil der Gesellschaft aus (80,0 % der Gesellschaft), die vom Adel beherrscht wurden, der nur 1,4 % der Gesellschaft ausmachte.[25] Schon im Jahr 1905 kam es zu Bauernaufständen und Streiks. Diese explosive Stimmung senkte sich jedoch nicht. Als die militärische Schwäche des Zarenreichs während des I. Weltkriegs immer deutlicher wurde, kam es im Jahr 1917 zur Februarrevolution und im darauf folgenden Herbst zur Oktoberrevolution der Bolschewiki (Mehrheitler) unter Wladimir Iljitsch Uljanow (Lenin). Die Bolschewiki versuchten, nachdem sie das demokratisch gewählte Parlament auseinander getrieben hatten und somit der Herrschaft erlangten, die Hauptprobleme des Landes zu beseitigen. Der Großgrundbesitz wurde durch das „Dekret über das Land“ aufgeteilt und ein Waffenstillstand mit Deutschland („Dekret über den Frieden“) geschlossen. Lenin hob das Privateigentum an wesentlichen Produktionsmitteln, wie etwa Industrie, Großgrundbesitz (siehe oben), Banken und Verkehrswesen auf und führte eine zentrale Wirtschaftslenkung ein. Diese Wirtschaftsform wird auch als Zentralverwaltungswirtschaft bezeichnet. Jedoch war das Land nach den prägenden Ereignissen der letzten Jahre wirtschaftlich sehr schwach. In Folge dieser nachteiligen Entwicklung wurde mit der „Neuen ökonomischen Politik“ (NEP) privatwirtschaftliche Aktivität wieder zugelassen – die NEP kann also auch als ein kurzzeitiges Zugeständnis in die positive Wirtschaftsfähigkeit des Kapitalismus verstanden werden. In der Sowjetunion (Sowjets = Arbeiterräte) wurde die Wirtschaft vollständig durchgeplant und Jahrespläne erreicht. Jedoch wurden die, in den Plänen definierten, Ziele selten erreicht. Unter Stalin wurde die Kollektivierung der Landwirtschaft weiter vorangetrieben und die planwirtschaftliche Entwicklung forciert. Stalin („der Stählerne“) kam nach Lenins Tod im Jahre 1924 an die Macht und baute eine totalitäre Diktatur aus. Seine so genannten Säuberungen kosteten unzähligen Menschen das Leben. Abweichend von Engels Erklärung der Überflüssigkeit des Staates im kommunistischen Endzustand, wurde der Staat in der UdSSR immer dominanter und bestimmte das tägliche Leben der Menschen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das besiegte nationalsozialistische Deutschland in vier Sektoren aufgeteilt, wobei der östliche Sektor der UdSSR zufiel. Dort wurde, wie in den restlichen Ostblockstaaten, die unter Kontrolle der Sowjetunion standen, ein Satellitenstaat installiert – die Deutsche Demokratische Republik (DDR).

In der Wirtschaftsordnung der DDR wurden drei Eigentumsformen unterschieden: Das Staats-, Genossenschafts- und Privateigentum. Bereits in den Anfängen der sowjetischen Besatzung wurden zentrale Industrien und Großgrundbesitzer enteignet und in Gemeineigentum überführt. Die SED trieb die Entwicklung von „volkseigenen“ Betrieben (VEB) voran und forderte die Umwandlung von landwirtschaftlichen Betrieben in so genannte Produktionsgenossenschaften (LPG). Diese LPG „waren Zusammenschlüsse […] [von einst] selbstständigen Bauern, in denen Grund und Boden, Maschinen und Geräte gemeinsam genutzt und der erwirtschaftete Gewinn […] [nach Leistung] verteilt wurde.“[26] Ziel des „planmäßigen Aufbau des Sozialismus“ war die Steigerung der Industrieproduktion und die zerstörte Wirtschaft wieder aufzubauen. Erreicht wurde dieses Ziel, jedoch blieb man immer hinter den Entwicklungen der Bundesrepublik Deutschland zurück, die das System der sozialen Marktwirtschaft eingeführt hatte. Typisch für Staaten, die sich auf den Sozialismus beziehungsweise Marxismus(-Leninismus) beriefen, war die Zentralverwaltungswirtschaft, die beispielsweise auch in der Sowjetunion angewandt wurde (s. oben). Der Staat diktierte und dirigierte alle wirtschaftlichen Aktivitäten, von „der Festlegung der Produktionsziele, […] [der] Verteilung von Rohstoffen […], […] [der] Zuteilung von Arbeitskräften und […] [der] Festsetzung […] [der Löhne und Preise].“[27]

Des Weiteren war im „real existierenden Sozialismus“ der deutschen demokratischen Republik die Individualität des einzelnen Menschen stark eingeschränkt. Wer sich nicht linientreu gegenüber der Partei zeigte, konnte im Berufsleben kaum aufsteigen, sondern stieg ab. Repressalien im täglichen Leben waren inbegriffen. Die Staatssicherheit (Stasi) war allgegenwärtig, wobei sie dies durch ein Spitzelnetz erreichte, dass das allgemeine Misstrauen gegenüber dem Mitmenschen schürte. Nicht verwunderlich erscheint es in diesem Zusammenhang, dass viele Menschen aus der DDR flüchten wollten und dies vor allem vor dem Mauerbau auch schafften. Im Jahr 1953 flüchteten beispielsweise 331390 Menschen – die Möglichkeit der „einfachen“ Flucht brach jedoch weg, als die Mauer im Jahr 1961 (von der SED wurde die Mauer als „antifaschistischer Schutzwall“ gegenüber dem kapitalistischen Westen bezeichnet) gebaut wurde.


Literaturverzeichnis

Folgende Literatur wurde im Rahmen der Erstellung dieser Ausarbeitung verwendet:

  • Geschichte Geschehen Berufliche Oberstufe Klett Ernst Klett Schulbuchverlag Leipzig ISBN: 3-12-416300-1
  • Christian Schwaabe: Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls W. Fink UTB ISBN: 978-3-7705-4501-8
  • Gerold Niemetz: Marxismus im 20. Jahrhundert PLOETZ Arbeitsmaterialien ISBN: 3-87640-119-4
  • Geschichte Klasse 11 Berufliches Gymnasium Frau Kicherer
  • Iring Fetscher: DER SOZIALISMUS – Vom Klassenkampf zum Wohlfahrtsstaat Verlag Kurt Desch München Keine ISBN angegeben (Printed in Germany 1968
  • Dieter Nohlen: Wörterbuch Staat und Politik Serie Piper ISBN: 3-492-11179-3
  • Peter Lübbe: Kommunismus und Sozialdemokratie Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH ISBN: 3-8012-1113-4
  • Karl-Heinz Ruffmann: Sowjetrussland 1917-1977 dtv-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts ISBN: 3-423-04008-4
  • Heinz Rausch und Theo Stammen: DDR – Das politische, wirtschaftliche und soziale System Beck’sche Elementarbücher
  • Alexander Fischer: Die Deutsche Demokratische Republik Daten Fakten Analysen Ploetz ISBN: 3-87640-089-9

[1] Vgl. DER SPIEGEL – Das Prinzip Gier – Warum der Kapitalismus nicht aus seinen Fehlern lernen kann Nr. 20 11.05.2009

[2] Vgl. DER SPIEGEL – Das Prinzip Gier Nr. 20 11.05.2009 Seite 106 Spalte 1

[3] Wörterbuch Staat und Politik Dieter Nohlen Serie Piper Seite 291

[4] Marxismus im 20. Jahrhundert Gerold Niemetz PLOETZ Arbeitsmaterialien Seite 126 Fachwörter

[5] Marxismus im 20. Jahrhundert Gerold Niemetz PLOETZ Arbeitsmaterialien Seite 126 Fachwörter

[6] Marxismus im 20. Jahrhundert Gerold Niemetz PLOETZ Arbeitsmaterialien Seite 127 Fachwörter

[7] Vgl. Geschichte: Die Lebens und Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert – Frau Kicherer Klasse 11

[8] Geschichte: Die Lebens und Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert: Durschnittliche Bruttolöhne und allgemeine Lebenserhaltungskosten – Frau Kicherer Klasse 11

[9] http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_721537029/Pauperismus.html

[10] Vgl. Geschichte 19. Jahrhundert: Industrialisierung – Frau Kicherer Klasse 11

[11] Vgl. http://de.wiktionary.org/wiki/Plebejer

[12] Vgl. Geschichte: Die soziale Frage im 19. Jahrhundert – Frau Kicherer Klasse 11

[13] http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm

[14] Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls Christn Schwaabe W. Fink UTB Seite 83 und 84 sowie MEW 23: 162

[15] MEW 23: 165

[16] Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls Christn Schwaabe W. Fink UTB Seite 86

[17] Marxismus im 20. Jahrhundert Gerold Niemetz PLOETZ Arbeitsmaterialien Seite 127 Fachwörter

[18] Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls Christn Schwaabe W. Fink UTB Seite 81

[19] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx

[20] MEW 20: 261f. sowie Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls – Christian Schwaabe W. Fink UTB S. 90

[21] MEW 20: 261f. sowie Politische Theorie 2 Von Rousseau bis Rawls – Christian Schwaabe W. Fink UTB S. 90

[22] Bundeszentrale für politische Bildung Lexikon: http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=UW2X04

[23] Vgl. msn Encarta: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_721537264/Real_existierender_Sozialismus.html

[24] Vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_socialist_countries

[25] Vgl. Geschichte Geschehen Klett-Verlag Seite 259 (1) Soziale Schichten in Russland um 1913

[26] Geschichte Geschehen Klett Verlag Seite 304 6.2 Die DDR: „Planmäßiger Aufbau des Sozialismus“ und Ostintegration

[27] Geschichte Geschehen Klett Verlag Seite 305 6.2 Die DDR: „Planmäßiger Aufbau des Sozialismus“ und Ostintegration