Die Vereinigten Staaten – Der Weg in die Unabhängigkeit

Aus den englischen Kolonien – Georgia, 1732 gegründet, war die letzte der 13 Kolonien – entstanden die Vereinigten Staaten von Amerika. Verschiedene Herrschaftsformen prägten die Kolonien:

  • Kronkolonien : unmittelbares Eigentum des englischen Königs
  • Eigentümerkolonien:  Eigentum von Personen oder Gesellschaften – Aufsicht durch den König
  • Freibriefkolonien: Kolonisten unter Selbstverwaltung – Aufsicht durch den König

Geprägt waren alle Kolonien durch eine übereinstimmende Organisationsstruktur. An der Spitze der Exekutive stand ein Kolonialgouverneur (in Rhode Island und Connecticut wurde der Gouverneur jährlich gewählt – abweichend in den anderen Kolonien, wo der Gouverneur durch den König ernannt wurde). Die Legislative bestand aus einem Oberhaus und einem gewählten Unterhaus. Als Vorbild für die amerikanische Verfassung von 1787 dienten die Freibriefkolonien (Charter Colonies).
Zwischen den Kolonien und dem Mutterland kam es zu Spannungen, da Großbritannien die Kolonien vor allem als Wirtschaftssubjekt sah, wogegen die Kolonisten ein Eigeninteresse besaßen. Als nach dem englisch-französischen Kreig Großbritannien von seinen Koloniene eine stärkere finanzielle Beteiligung verlangte, verschärften sich die Spannungen. Auf dem Stempelsteuerkongress wehrten sich die Kolonisten gegen die Steuer auf Vertrieb von Zeitungen und der Ausfertigung von offiziellen Dokumenten – die Forderung des in New York stattfindenden Kongresses lautete: „No taxation without representation“. Höhepunkt des Widerstandes war die Boston Tea Party 1773. Kolonisten versenkten Teeladungen aus Protest gegen das Einfuhrmonopol der East India Company.
Der Aufruf gegen die Zwangsmaßnahmen des Empire wurde im ersten Kontinentalkongress 1774 getätigt. Im Frühjahr 1775 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Kurze Zeit später trat der zweite Kontinentalkongress unter dem Oberbefehl von G. Washington zusammen, der alle Funktionen einer nationalen Regierung übernahm und bis 1781 bestand. Der Kontinentalkongress verabschiedete die von Thomas Jefferson entworfene Unabhängigkeitserklärung vom 4.7.1776. Die Erklärung zementierte die geistigen Grundlagen der Revolution: Gleichheit (all men are created equal), unveräußerliche Menschenrechte (certain, unalienable rights), Volkssouveränität und Widerstandsrecht. Der Gedanke, dass die Menschenrechte die Grundlage des Staates sind, liegt im rationalistischen Naturrecht der Aufklärung begründet. Es ist außerdem eine enge Anlehnung an John Locke auffällig. 1783 endete mit dem Pariser Frieden der Unabhängigkeitskrieg  die Vereinigten Staaten von Amerika wurden von Großbritannien anerkannt.