Auch in den anderen von der Roten Armee im Zuge des Zweiten Weltkrieges besetzten Ländern Europas wurden kommunistische Regimes errichtet, so in Polen am 22. Juli 1944 unter dem kommunistischen „Polnische Komitee der nationalen Befreiung“ (1952 VR Polen), in Bulgarien nach dem Einmarsch der Roten Armee am 8. und 9. September 1944, nach dem es am 9. September zur Bildung der „Vaterländischen Front“ als provosorische Regierung und am 15 September 1946 zur Proklamierung der Volksrepublik Bulgarien kam, in Rumänien, wo es bei Wahlen nach Einheitsliste am 9. November 1946 zu massiven z. T. gewaltsamen Wahlmanipulationen kam, so dass die Kommunisten auf 80 % der Stimmen kamen. König Mihai dankte am 30. Dezember 1947 ab und es kam am 13. April 1948 zur Ausrufung der Rumänischen Volksrepublik. In der Tschechoslowakischen Republik (CSR, erst ab 1960 CSSR) kam es nach dem Februarumsturz 1948 zur Errichtung eines kommunistisches Regimes, in Ungarn nach der Auflösung der demokratischen Parteien und der Parlamentswahl im Mai 1949 mit der „Partei der Ungarischen Werktätigen“ als einzige zugelasse Partei sowie der Annahme der neuen Verfassung der Ungarischschen VR am 20. August 1949.

 

Grenzen von NATO und Warschauer Pakt von 1949 (Gründung der NATO) bis 1990 (Ende der DDR mit dem Ausscheiden aus dem Warschauer Pakt). Von Julian Oster (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Grenzen von NATO und Warschauer Pakt von 1949 (Gründung der NATO) bis 1990 (Ende der DDR mit dem Ausscheiden aus dem Warschauer Pakt). Von Julian Oster (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Jugoslawien, Albanien und Griechenland befreiten sich 1944/45 im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Europas selbst.
Während in Jugoslawien und Albanien die faschistische Besatzung in der Hauptsache von den Kommunisten beseitigt wurde und in der Folge dann auch die Macht in ihren Ländern allein ausübten, wurde Griechenland nach der Invasion britischer Truppen und einem Bürgerkrieg mehrerer miteinander konkurierenden Partisanenverbände (1944-1949) Teil des westlichen Bündnisses. 1948 kam es zwischen Stalin und Tito zum Bruch, so dass Jugoslawien zu einem blockfreien Land wurde.

 

In den von den Westalliierten befreiten Ländern kam es zur Herausbildung demokratischer Strukturen. Schon am 17. März 1948 schlossen sich die westeuropäischen Länder Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg zum sogenannten „Brüsseler Vertrag“ zusammen. Ursprünglich als Bündnis für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit sowie zur kollektiven Selbstverteidigung vorgesehen, wurde es einige Jahre später als NATO zum Militärbündnis der westlichen Länder.

 

Am 4. Juni 1955 trat der Warschauer Vertrag nach der Ratifizierung durch die Mitgliedsländer Sowjetunion, die VR Polen, die DDR, die Tschechoslowakei, die VR Ungarn, die VR Rumänien, Bulgarien, und Albanien in Kraft (Ostblock).

 

Autor dieses Artikels ist Gilbert Jacoby – der Beitrag wurde auch im Geschichte-Wissen Magazin Als sich Europa spaltete veröffentlicht. Sie können das Magazin kostenlos herunterladen.