Stephan HardingStephan Harding gilt als eigentlicher Gründer des Zisterzienserordens. Anders als häufig angenommen wurde er nicht offiziell heilig gesprochen. Dennoch handelt es sich bei ihm um eine Person mit entscheidender Bedeutung für die Kirchengeschichte. Geboren wurde er 1059 im englischen Merriott in Somerset. Augebildet wurde er bereits als Kind in einem Kloster in Wessex. Es folgten Aufenthalte in Schottland, Irland, Italien und Frankreich. Dies ist insofern beeindruckend, als dass er damit alle Länder besuchte, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Klosterlebens in Europa hatten. Dies wird seine Persönlichkeit entscheidend geprägt haben.

Im Jahr 1085 trat er in das Kloster Molesme ein. Er verließ es aber 1098 wieder, im Gefolge von Robert von Molesme und Alberich von Citeaux, welche in Citeaux ein neues Kloster gründeten (den Ausgangspunkt des Zisterzienserordens). Hier wurde er 1109 zum Abt ernannt. Unter Hardings Regie erfuhr das Kloster in Citeaux ein großes Wachstum und einen großen Aufschwung, was die Schriftlichkeit anging. Der neue Abt sandte Mönche aus, um in berühmtem Bibliotheken Abschriften anzufertigen.

Seine wohl wichtigste Handlung für den Zisterzienserorden war die Einführung der „charta Caritatis“ 1119, in der die Struktur des Ordens festgelegt wurde, mit Citeaux als Normkloster für alle Tochtergründungen. Auch die Gründung des ersten zisterziensischen Frauenklosters in Le Tart im Jahr 1125 wird Stephan Harding zugeschrieben.

1133 legte Harding sein Amt nieder, 1134 starb er in Citeaux.

Sekundärliteratur:

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienS/Stephan_Harding.htm (Aufruf: 29.07.2012).


Blog: 

http://dasmittelalter.wordpress.com/2012/07/29/bekannte-personen-des-mittelalters-stephan-harding/