Der letzte verbliebene Teil des Britischen Territoriums im Indischen Ozean ist Diego Garcia. Die Hauptinsel trägt den gleichen Namen.

Das Atoll liegt rund 750 Kilometer südlich der Insel Gan (Atoll Addu), der südlichsten Insel der Malediven, etwa 1800 Kilometer östlich der Seychellen. Diego Garcia befindet sich auf einem Mittelozeanischen Rücken, dem Zentralen-Indischen-Rücken, mitten im Indischen Ozean.

Die höchste Erhebung der Insel liegt 20 Meter über dem Meeresspiegel, der Höhendurchschnitt beträgt allerdings nur 1,2 Meter. Die Insel hat eine Fläche von rund 27 km² und eine Küstenlinie von ungefähr 69 Kilometern.

Neben der Hauptinsel Diego Garcia, die hufeisenförmig einen nahezu geschlossenen Atollring bildet, gibt es drei kleine Inseln an der 6,4 km breiten Öffnung im Norden:

West Island (3,4 ha)

Middle Island (6 ha)

East Island (11,75 ha)

 

Die USA hat einen Pachtvertrag endend 31.12.2016 mit England, wie es dann weiter geht, das ist noch offen, denn die Insel liegt strategisch so günstig (zwischen Afrika, Australien, Indien und der Arabischen Halbinsel), dass auch eine Start- und Landebahn (3659 Meter) sowie ein kleiner Hafen gebaut wurde. Ausserdem befinden sich dort Spionagesender und weitere geheimdienstliche Einrichtungen.

 

Entdeckt wurde die Insel vom Portugiese  Pedro Mascarenhas im Jahre 1512, damals war sie unbewohnt. Der Entdecker nannte die Insel Garcia de Noronha Dom Garcia. Da aber später um das Jahr 1544 das Archipel nochmals durch die Spanier entdeckt wurde, nannte der Anführer die Hauptinsel nach sich, nämlich Diego Garcia (de Moguer). Auf der Rückkehr nach Portugal starb der Spanier. Die Einzelheiten sind aber noch nicht erforscht. Bis kurz nach 1700 gehörte die Insel formell zu Portugal, aber die Franzosen beanspruchten sie danach, um sie dann nach dem Ende  der Napoleonischen Kriegen gemeinsam mit Mauritius  an Grossbritannien abzutreten.

Nach dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden Plantagenbesitzer ansässig, später kamen Inder und schwarze Sklaven dazu, ausserdem wurde eine Leprakolonie geführt.

 

Nach Abschaffung der Sklaverei 1838 lebten im Jahr 1859 338 Einwohner dort.

1895 wurde die erste Kirche erbaut. Die Bevölkerung Chagossianer genannt, wuchs bis zum Pachtvertrag mit den USA auf

ca. 2.000 Personen an. Exportiert wurde bis 1971 wurde ein Oel, das auch Kokosnüssen gewonnen wurde.

 

1965 wurde Diego Garcia von Grossbritannien aus Mauritius ausgegliedert, damit die strategisch wichtige Insel bei Grossbritannien bleiben konnte, denn Mauritius sollte unabhängig werden. 1968 wurde Diego Garcia für 50 Jahre an die USA verpachtet.

 

Die Amerikaner siedelte die Bevölkerung nach Mauritius und auf die Seychellen um, während sie Diego Garcia für militärische und geheimdienstliche Zwecke aufrüsteten. Mauritius wurde eine Entschädigung zugesagt, aber wie es so war und ist, die Zwangsumgesiedelten sahen keinen Kreuzer. Da die Nachfahren ehemaliger Sklaven  nur kreolisch sprachen, und zu fast 100 % Analphabeten waren, endeten sie in den jeweiligen  Slums ihrer Aufnahmeländer.

Nach dem Unglück des Raumshuttles Columbia am 1. Februar 2003 wurde Diego Garcia als Notlandeplatz gebraucht.

Das Erdbeben im Indischen Ozean 2004 wurde laut Aussage des US-Militärs ohne relevante Schäden überstanden.

2000 wurde den Kreolen von Diego Garcia von einem englischen Gericht das Recht auf Rückkehr zugesprochen, aber die britische Regierung verhinderte das mit Hilfe einen „Königlichen Edikts“. Dieses Edikt wurde wiederum vom Berufungsgericht als Machtmissbrauch gesehen und verurteilt, gleichzeitig wurden die ehemaligen Bürger aber zu Briten erklärt, sie sind also auch EU Bürger. Dem Urteil widersprach als letzte Instanz das britische Oberhaus. Nach einer Klage am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, entschied das Gericht keine Jurisdiktion über diese Angelegenheit zu haben, deshalb klagte man nun beim Ständigen Schiedshof in Den Haag gegen das Vereinigte Königreich.

 

2006 durften 10!! Chagossianer auf Kosten des britischen Aussenministerium  den Chagos Archipel besuchen.

 

2010 wurde das gesamte Chaos-Archipel von der britschischen Regierung zu einem Meeresreservat erklärt.

 

Aber seit 2011 erhebt Mauritius Anspruch auf das Archipel, da die Insel quasi nicht entkolonialisiert wurde.

 

2012 wurde eine Petition bei den Amerikanern eingereicht, die denn Fall wieder an das Vereinigte Königreich überwiesen.

Die britische Regierung möchte einfach keine Rückkehr der ehemaligen Bewohner, weil das Archipel militärisch genutzt wird.

 

Der Vertrag kann von den USA 2016 um weitere 20 Jahre verlängert werden, und darin besteht kein Zweifel.

 

Meine Quellen: Eigene Aufzeichnungen aus Vorlesungen